Burnout

Einer der Österreichischen Walzerkönige - Josef Lanner (1801-1843, "Vater des Wiener Walzers")- war ein berühmtes Burnout-Opfer. Ein völlig "multitaskender" Workaholic, der zig Engagements als Musiker gleichzeitig bediente.

Bereits mit 17 gründete er sein erstes Trio, das bald zum Walzerorchester angewachsen war. Er hinterließ - was vielen unbekannt ist - !hunderte! Kompositionen. Manche Kenner der biedermeierlichen Kammermusik schätzen ihn sogar höher als die Strauß-Dynastie. Er verstarb - völlig ausgebrannt - bereits im Alter von 42 Jahren.... 

Burnout ist heute ein ganz wichtiges Störungsbild geworden, obwohl die Medizin darum ringt, es offiziell anzuerkennen. Seitens der Systematik präferieren wir das "innovative Österreich-Konzept" von Univ. Prof. Michael Musalek und dürfen an dieser Stelle auch sein Buch empfehlen.

Auch beim Burnout konnte die MTGT bereits relevante Effizienz zeigen.

Bei den "zeitgeistigen" Behandlungsangeboten und -konzepten fällt auf, dass der Begriff "Coaching" oder gar "Medical Coaching" besonders gerne werbewirksam in den Mund genommen wird.

Hier muss man die Betroffenen bitten, kurz kritisch innezuhalten und zu überlegen, ob sie einen Marketingberater akzeptieren würden, der Marketing nur aus Büchern, Berichten, Erzählungen und Filmen kennt?

Vermutlich nicht! - Dennoch bietet eine erhebliche Zahl von Ärzten und Therapeuten, die selbst nicht einen Tag - geschweige denn einen Karriereabschnitt - in einer wirtschaftlichen Führungsposition oder überhaupt in einem privatwirtschaftlichen Betrieb verbracht haben, Coaching an.

Diese Art Expertise beruht auf Theorien, Beobachtungen und bezugnehmenden Schlüssen. Eine definitiv seltsame Entwicklung, die aber nicht weiter kommentiert werden soll. Abgesehen davon ist "Coach" ein klar definiertes Berufsbild, zu dessen Ausübung eine entsprechende Ausbildung erforderlich ist. Diesen Nachweis würde ich mir unbedingt zeigen lassen....


SO geht Wirtschaftskompetenz! - Ein kurzer Kompetenzhinweis auf den Vorstand des AIAAMR - Dr. Schuhmayer - in Sachen gelebter Wirtschaftserfahrung:
  • Ursprungsberuf Wirtschaftsjournalist/Markenartikelindustrie
  • nach der Tätigkeit in der Allgemeinmedizin knapp 10 Jahre Manager in der Pharmaindustrie - zuletzt als Marketingmanager & in internationalen Task Forces
  • Verlagsleiter Österreich einer führenden medizinischen Wochenzeitung
  • nahezu 20 Jahre Consulent für Kommunikationsfragen im Gesundheitsbereich
  • Ausbildung als WIFI-zertifizierter "Personal Coach im tierassistierten Setting" 

Dazu kommt die persönliche Erfahrung einer Burnoutsituation vor rund 20 Jahren, die definitiv mehr bringt als die schönsten Symptomkataloge, denn es ist immer NUR der Betroffene tatsächlicher Experte für sein individuelles Störungsbild und nicht die Theoretiker. Mögen sie auchg noch so hehre akademische Weihen aufweisen.

Was ist Burnout aber nun wirklich?

Es gab seinerzeit in Wien dazu eine sehr gute Weiterbildungs-Veranstaltung. Die nachfolgenden Ausführungen stellen eine kleine Auswahl der dort getroffenen Aussagen dar.

Die wichtigste Voraussetzung ist die Beziehung des Störungsbildes zu extremer Arbeitsbelastung. Darunter sind etwa langzeitige Wochenbelastungen von 60-80 Arbeitsstunden und auch mehr zu sehen. Das sind Belastungsdimensionen wie sie im Management oder im Unternehmerdasein keine Seltenheit darstellen. Mittlerweile sind aber etwa auch jene betroffen, die wegen der Entlassung anderer Mitarbeiter noch deren Arbeit übernehmen müssen und letzlich gar keine Chance mehr haben, ihr Pensum zeitlich und qualitativ ausbalanciert abzuwickeln. Die Zeit als das Burnout eine "Managerkrankheit" war, ist definitiv vorbei!

Der internationale Symptomkatalog ICD-10 stellt unter dem Code  Z 73.0 einen Zustand des "Ausgebranntseins" im Sinne totaler Erschöpfung dar.

Die "Z-Diagnosen" repräsentieren nicht umschriebene Krankheitsbilder, sondern krankmachende Umstände, die zur Inanspruchnahme des Gesundheitssystems führen.

Zur Erschöpfung kommen noch andere Faktoren hinzu. Besipielsweise das Gefühl, "nichts zu leisten", geistig völlig ausgepumpt zu sein oder eine total negative Bewertung der eigenen Arbeitsleistung. Das führt zu einer Art Entfremdung gegenüber der eigenen Arbeit, den Mitarbeitern und sogar sich selbst gegenüber, bis letztlich die objektivierbare Arbeitsleistung  auch tatsächlich abnimmt.

Daraus ergibt sich eine "Burnout-Trias", bestehend aus Erschöpfung, Entfremdung und Leistungssverfall.

Die weitere Beurteilung ist vielfach eine Frage des individuellen Blickwinkels, der auf den Menschen also das Individuum, den Arbeitsprozess, die Krankheit oder die Gesellschaft fokussiern kann.

C. Maslach (Graz) beschreib 2011 folgendes Hintergrundbild:
  • Arbeitsüberlastung (Belastung übersteigt zur Verfügung stehende Ressourcen)
  • Kontrollverlust mit Desorganisation
  • Ungenügende Anerkennung der Leistung wie Mangel an Lob oder positiven Rückmeldungen
  • Zusammenbruch des Gemeinschaftsgefühls
  • Fehlen von Faireness
  • Wertkonflikte zwischen Arbeitsplatz und Privatsphäre

Beleuchtet man nun der Burnout-Entstehungsprozess etwas näher, findet sich bei den Betroffenen am Beginn häufig ein geradezu zwanghafter Hang zum Perfektionismus oer zur Mehrleistungsgenerierung  Der extreme persönliche Einsatz steht dabei vielfach für eine Überkompensation tatsächlicher oder vermeintlicher Defizite. Die eigenen Bedürfnisse werden aus den Augen verloren und vernachlässigt. Gleiches gilt aber auch für Konflikte, die ebenfalls verdrängt werden. Probleme werden verleugnet und Werte umgedeutet.

In den fortgeschrittenen Stadien resultiert aus der skizzierten Entwicklung (nach Freudenberger/North 1992) zunehmend ein sozialer Rückzug mit Isolation, Abschottung und Verhaltensänderung. Das eigene Selbst wird nicht mehr wahrgenommen und sogar verneint. Die zunehmende innere Leere führt zur Suche nach Ersatzbefreidigung, sogar Sucht und Depressionen entstehen häufig, ehe der Zusammenbruch in totaler Erschöpfung folgt.

M. Musalek hat diese relativ alte Einteilung 2013 in einer recht praxisnahen Form modifiziert = "Normale" Arbeit + Stadien I-III. Empfehlenswert das zugehörige Buch von Musalek et al.

Burnout-Stadium I

  • Überlastung und unerkannte Überforderung
  • Kompensationsversuche
  • Fehlende Freizeitaktivitäten
  • Vernachlässigung eigener Bedürfnisse
  • Vernachlässigung von Beziehungen
  • Spannungszustände mit erhöhter Reizbarkeit
  • (Ein)Schlafstörungen
  • Appetenzstörungen (Essen, Sexualität u.ä.)


Burnout-Stadium II

  • Bewusste Überlastung & Überforderung
  • "Vegetative Dystonie" im Sinne eines gesteigerten Sympathikotonus
  • Weitere Vernachlässigung der Freizeit 
  • Totale Zentrierung auf Arbeit
  • Fortschreitende soziale Isolierung
  • Erhöhte Gereiztheit bis hin zu paranoiden Reaktionen
  • Innere Unruhe und Ängste (v.a. bei Abwesenheit von Arbeit)
  • Ein/Durchschlafstörungen
  • Unspezifische "psychosomatische" Beschwerden
  • Somatoforme Störungen/Dystonie


Burnout-Stadium III

  • Völlige Erschöpfuing mit Abfall des Sympathikotonus
  • Objektivierbare Arbeitsunfähigkeit
  • Sozialer Rückzug bis zur Soziophobie
  • Dysphorie - Depression - Paranoide Ideen
  • Chronische Schmerzsyndrome
  • Verkürzter/Verlängerter Schlaf (Aufwachstörungen)
  • Manifeste körperliche Erkrankung
  • Generalisiertes "Losigkeits-Syndrom"
  • Aussichtslosigkeit / Lebensüberdruss!


Die Konsequenzen ergeben sich analog.

  • Stadium I => Beratung & Prävention
  • Stadium II => Beratung & erste Behandlungsschritte
  • Stadium III => Behandlung, Rehabilitation, Pensionierung

Es ist naheliegend, dass Burnout zu allen Lebensbereichen in Beziehung steht:  Seele, Körper, kognitive Wahrnehmung sowie Sozialverhalten. Entsprechend vielfältig sind Behandlungsbedarf und -ansatz: medizinische Abklärung, nicht-medikamentöse Therapie, Coaching (Ziele, Strategien, Maßnahmen), Lebensstil (Bewegung, Ernährung, Regeneration), körperorientierte Methoden, Entspannungstechniken, Paarberatung bis hin zur Fachberatung für Finanzen oder Recht.

Als entscheidende Trias wird dabei die Kombinaton Medizin - Therapie - Coaching betrachtet.

Die wesentlichen Ziele sind:  

  • Verminderung des Symptomatik und deren Auswirkungen
  • Setzen konkret notwendiger Maßnahmen: Entlastung, Konfliktmanagement, Arbeitsorganisation etc.
  • Persönlichkeitsentwicklung
  • Schulung zu salutogenetischer Lebenshaltung:  Prioritäten, Ressourcen, Ernährung, Bewegung, Genuß

Wesentlich ist auch das gleichzeitige Auftreten anderer Störungen (Co-Morbidität), denn in 53% der schweren Burnout-Fälle manifestiert sich eine Depression, bei mildem Burnout immerhin in 20%. Ähnliches gilt auch für das Auftreten von Suchterkrankungen wie Alkohol- oder Spielsucht.

Nun zu dem, was das AIAAMR in diesem Umfeld zu bieten hat

  • Die tiergestützte Arbeit lehrt besser und eindrucksvoller als jede andere Methode die Nähe zum Regelwerk Natur, den Respekt vor den Ressourcen sowie den nachhaltigen Umgang damit. Wer die Grundprinzipien verstanden hat, die die Natur uns lehrt, kann sehr rasch zu einer "bewussteren" Lebensform zurückkehren.
  • Die MTGT als soziokognitive Begegnungsarbeit lehrt auch eindrucksvoll den Umgang mit Konflikten, den wesentlichen Unterschied zwischen Aggression und Gewalt, die notwendige Identifizierung und Abgrenzung der eigenen Interessen
  • Die Arbeit mit Tieren und nicht zuletzt deren Beobachtung demonstriert etwa die völlige Unsinnigkeit der täglich gelebten "Dauerbeschleunigung"  und anderer Zivilisationsschäden.
  • Tiere als "Spiegel der eigenen Seele und Persönlichkeit" erzwingen geradezu den erneuerten Umgang mit den eigenen Strukturen. Sie tragen damit nachhaltig und vor allem rasch zu positiven Schritten in der Persönlichkeitsentwicklung bei
  • Die "Renaturierung" des Menschen in der MTGT führt nicht zuletzt zu einer wesentlich gesteigerten Genußfähigkeit im Sinne des Nützens von Genußerlebnissen als Kraftquelle, denn die Schönheit eines Wintertages, die Mystik des Nebels über der Landschaft, das Geheimnis der ersten Triebe, die Pracht der Blüten und der Duft frisch geschnittenen Heus werden neu gesehen, empfunden und so nutzbringend einzusetzen erlernt.
  • Die MTGT kommt daher in den Stadien I+II mit Sicherheit noch ohne zusätzliche pharmakochemische Krücke aus und stellt selbst in Stadium III noch extrem wertvolle Möglichkeiten zur Verfügung.
  • Am AIAAMR vereinen sich vor dem Hintergrund des zitierten Behandlungsmodells die Kompetenzen aus Medizin, MTGT und Coaching zusätzlich mit dem Wissen um die Situation der Betroffenen aufgrund eigener Burnout-Erfahrungen