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Pressekonferenz CASA AUSTRIA
WIRT DANKEN ALLEN SPENDERN!


Wien. Auf der Pressekonferenz „Casa Austria – 3 Jahre Erfolg“ stellten sich heute vormittag „Krankenhausvater“ Prof. Dr. Hans Poigenfürst, Caritasdirektor Herbert Grün aus Temesvar, der inte-rimistische ärztliche Leiter der CASA AUSTRIA Neurochirurg Dr. Dan Negoescu und der Chef-Orthopäde des Unfallkrankenhauses in Temes-var (Timisoara, RO) den Fragen interessierter Journalisten. Der Grundtenor – Wir danken allen Spendern, die das ermöglicht haben!

Poigenfürst zog eine erfreuliche Bilanz seines Projekts und der ersten drei erfolgreichen Jahre des von ihm aus Spendenmitteln er-bauten Unfallkrankenhauses „Casa Austria“ im westrumänischen Timi-soara.

Der interimistische ärztliche Leiter und Chef-Neurochirurg Dr. Dan Negoescu sowie der Chef-Orthopäde Dr. Mircea Radu Popescu be-tonten unisono die hervorragenden, modernen Bedingungen unter de-nen sie dort seit 3 Jahren arbeiten können. Negoescu: „Endlich können wir uns auf das konzentrieren, was unsere eigentliche Ar-beit ist!“ Gemeint ist damit, dass Unzulänglichkeiten aller Art bis zu schlimmsten Hygienezuständen in anderen Häusern an der Ta-gesordnung sind. Popescu: „Bitte, sagen Sie den Spendern und den Medien, dass wir herzlich danken. Ohne sie alle wäre das nicht möglich gewesen!“

Verständlich auch, dass aller gerne in der CASA AUSTRIA arbei-ten und sehr erfreulich, dass es den landesüblichen medizinischen Schwarzmarkt (sprich Bestechung) aus diesem Grunde dort nicht gibt. Das mussten schweizer und US-Firmen feststellen, deren ge-wohnheitsmäßige Schmiergelder empört abgelehnt wurden. Gut für das Projekt, denn diese Firmen schätzen die erstklassige medizinische Versorgung sosehr, dass sie zu Spendern wurden. Rund 28.000.-€ gingen solcherart auf das örtliche RAIKA-Konto bereits ein.
Grund zu Stolz und Freude aucgh seitens der medizinischen Statis-tik: So wurden seit 1.8.2003 insgesamt rund 5.000 Menschen im 60-Betten-Krankenhaus aufgenommen, davon 1.537 Schwerverletzte, 1.310 Handverletzungen (diese speziell kommen aus ganz Rumänien), 480 Verbrennungen, 1.612 Fälle von Wiederherstellungschirurgie. Daraus resultierten 3.520 Operationen, davon 176 am Brustkorb, 105 nach Bauchverletzungen, 317 Osteosynthesen sowie die bereits erwähnten 1.310 nach Handverletzung und 1.612 Eingriffe der Wiederherstel-lungschirurgie.

Völlig neu war in Rumänien zuvor das Konzept der „Simulatan-Operation“ – als mehrere Teams an mehreren Verletzungen gleichzei-tig. Poigenfürst: „Das verkürzt die Narkose-Dauer und senkt die Sterblichkeit.“
Bei der Frage nach dem medizinisches Erfolg beginnen die rumäni-schen Chirurgen zu strahlen: „Wir sind die Besten im Lande!“

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EU-Brücke Casa Austria


ERFOLGSSTORY DER MENSCHLICHKEIT

Vor dem Hintergrund grauenhafter Erlebnisse in Temesvar (Timisoara, RO) anlässlich eines Hilfseinsatzes 1989 beschloss der Doyen der Österreichischen Unfallchirurgie und ehemalige ärztliche Leiter des Böhler Unfallkrankenhauses, Univ. Prof. Dr. Johannes Poigenfürst, aus Spendenmitteln in der westrumänischen Stadt Timisoara (als Temesvar ehemals zur K&K-Monarchie gehörig) ein Unfallkrankenhaus nach westlichem Vorbild zu errichten.

Zweifellos ein Unterfangen für das es keine Vorbilder gab. Entsprechend schwierig gestaltete sich die Arbeit in einem Land, das in den Geburtswehen zu einer neuen politischen Ära – verbunden mit den Gründungsproblemen junger Demokratien – stand.

Vom Entschluss bis zum Betriebsbeginn 2003 vergingen 14 zum Teil harte Jahre des unermüdlichen Sammelns der Spenden. Die Caritas leistete mit ihrem Logistiknetzwerk wertvolle Hilfe und übernahm schließlich das Projektmanagement. Auch das Außenministerium stand mit einem veritablen Finanzzuschuss bei. Zahlreichen Industrie-Unternehmen halfen mit Sach- aber auch Geld-Spenden.

Rund 3 Mio. € wurden alleine an Barmitteln gesammelt, um ein Unfallkrankenhaus entstehen zu lassen, das in diesem Teil Europas seinesgleichen sucht und nicht zuletzt für Firmen aus Österreich eine wertvolle Versorgungsbasis darstellt, wenn sie moderne Gesundheitsversorgung bei Krankheitsfällen (Arbeitsunfällen) ihrer Mitarbeiter in Rumänien benötigen.

Seit 3 Jahren läuft das Krankenhaus im Vollbetrieb und ist administrativ ein Department des lokalen Kreiskrankenhauses Timisoara, das von Univ. Prof. Dr. Mihai Ionac geleitet wird.

Die CASA AUSTRIA umfasst drei Abteilungen – Verbrennungen, Mikrochirurgie, Polytraumatologie (Leitung: Prim. Dr. Christian Horia) – mit insgesamt 60 Betten. Verbrennungsopfer machen einen erheblichen Teil des PatientInnengutes aus. Den Hintergrund hierfür bildet häufiges Kochen an Holz/Kohle-Herden, unsichere Gasbrenner, mangelnder Unfallschutz bei Schweißarbeiten und geringe Wartungssicherheit von Geräten. Daraus resultiert eine entsprechend hohe Häufigkeit von Arbeitsunfällen. Das reflektiert auch die erhebliche Zahl von 100 ambulant versorgten PatientInnen pro Tag.

Aber nicht für alle PatientInnen ist die hochmoderne CASA AUSTRIA im Falle einer Verletzung erreichbar. Bis dato konnte nach dem Zusammenbruch der alten Diktatur kein allgemein tragfähiges soziales Netz gespannt werden, das allen Menschen den kostenfreien Zugang zu allen Gesundheitseinrichtungen ermöglicht.

Auch hier will die CASA AUSTRIA eine Ausnahme darstellen. Erreicht wird dies über einen bereits eingerichteten „Sozialfonds“, den lokale Spender, aber auch Wirtschafts-Unternehmen wie etwa die RAIBA-Gruppe speisen. Das Ziel ist, auch Bedürftige, die über keine Krankenversicherung verfügen, kostenlos zu behandeln. Zeichnungsberechtigt für die Verwendung von Geldmitteln dieses Kontos der örtlichen RAIKA-Filiale sind der Caritas-Chef von Temesvar Dir. Herbert Grün gemeinsam mit dem Unfallchirurgen Univ. Prof. Dr. Ian Popescu.

Was geschieht mit aktuellen Spenden aus Österreich – siehe Bankverbindung und Kontonummer?

Ihre Verwendung geht vor allem in zwei Richtungen. Zum Einen erfordert Wartung und Service der modernen technischen Geräte wie sie in einem Unfallspital üblich sind einiges an Geldmitteln und ist auch die notwendige Voraussetzung für deren möglichst lange Lebensdauer.

Zum Anderen wird größter Wert auf die möglichst gute Ausbildung des Personals gelegt. In diesem Sinne nehmen ausgewählte ÄrztInnen – auch schon als ReferentInnen - an internationalen Kongressen und Schulungen teil.

Der „Gründervater“ Prof. Poigenfürst weilt auch heute noch immer alle 2-3 Monate in „seinem“ Spital. Er hat nach eigenen Worten Grund zur Freude mit dem ambitionierten Projekt, das vor einigen Jahren sogar fast zu scheitern drohte: „Ich bin glücklich, dass das Krankenhaus so hervorragend läuft! Die Rumänischen ÄrztInnen leisten medizinisch erstklassige Arbeit. Entgegen aller Befürchtungen hat sich kein so genannter ‚medizinischer Schwarzmarkt’ entwickelt. Das Personal ist stolz, in diesem Haus arbeiten zu dürfen und entsprechend gut ist das Arbeitsklima. Auch der internationale Austausch fachlicher Kontakte funktioniert ausgezeichnet. Damit ist die CASA AUSTRIA auch ein starkes Signal einerseits von Europa nach Rumänien, aber auch von Rumänien zurück an Europa, denn die Menschen hier können sehr viel leisten, wenn man ihnen die entsprechenden Möglichkeiten zur Verfügung stellt.“


 
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