International MedCommunications
   
press conferencespress releasestopics plannedphotosspeakersthe agencycontact uslinkslast updatedate

PRESSEINFORMATION 23.4.2007

Wissenschaft/Medizin/Gesundheit

NO EMBARGO

VIRUSHEPATITIS – SORGLOSIGKEIT TROTZ BEDROHUNGSGEFÜHLS

IMPFAKTION SOLL MISSSTAND LINDERN!

Wien (IMC, WAS). Aktuelle Marktforschungsdaten des Institutes FesslGFK stellen den ÖsterreicherInnen ein katastrophales Zeugnis hinsichtlich der Impfbereitschaft gegen Virushepatitis A & B aus. Obwohl sich die Bevölkerung etwa gleich stark bedroht fühlt wie durch Tetanus (Wundstarrkrampf), beträgt die Durchimpfungsrate gegen HA 40% und HB 44%, aber gegen Tetanus 82%. Und das, obwohl der Österreichische Impfplan die Hepatitis-B-Impfung wegen der extremen Gefährlichkeit ab dem 3. Lebensmonat obligat empfiehlt und jene gegen Hepatitis-A immerhin spätestens mit Beginn des Eintritts in Gemeinschafts-Einrichtungen wie Kindergärten oder Schulen. Eine Impfaktion vom 1.5. bis 30.6.2007 mit stark vergünstigen Impfstoffen soll mithelfen, diesen Missstand zu korrigieren. Bei allen Ärzten und Apotheken liegen Gutscheine auf, die im Aktionszeitraum den Kauf der vergünstigten Impfstoffes ermöglichen. Vermutlich ist Uninformiertheit die Hauptursache für die prekäre Sorglosigkeit von Frau und Herrn Österreicher.

Univ. Prof. Dr. Herwig Kollaritsch, Präsident des Österreichischen Impfkomitees: „Insgesamt stellen wir anhand unserer eigenen Daten bei Kindern einen leichten Rückgang der Hepatitis-A in Österreich fest, aber das ist de facto eine Import-Infektion. Aufgrund der Infektionsherkunft der wegen Hepatitis-A hospitalisierten Kinder wissen wir, dass die drei führenden Quellen die Türkei, Haushaltskontakte und die Länder des ehemaligen Yugoslaviens darstellen. Es ist eine klassische Schmierinfektion, bei der die Erreger auch mit der Nahrung aufgenommen werden können.

Wenngleich die Infektion bei Kindern relativ harmlos verläuft, sind diese aber die Verbreitungsmultiplikatoren. Bei Erwachsenen sieht das Bedrohungsbild völlig anders aus. Je älter, desto gefährlicher. Da kann es ab dem 40. Lebensjahr dann auch um Leben und Tod gehen!“

Killervirus Hepatitis B – 1 Mio. Tote jährlich!

Völlig umgekehrt die Situation bei der Hepatitis-B. Sie ist für Kinder extrem gefährlich. Daher empfiehlt der Impfplan seit 10 Jahren obligatorisch die Impfung. 90% der frühkindlichen Infektionen verlaufen chronisch mit häufigem Übergang in Lebezirrhose und Leber-Krebs. Es handelt sich um eine schwere Erkrankung. Weltweit leben mehr als 2 Milliarden Menschen mit bestehender oder abgelaufener Infektion.

350 Millionen Menschen sind chronisch infiziert, in Österreich leben etwa 42.000 chronische Virusträger. Die Zahl der jährlichen Neuinfektionen beträgt bis zu 5.000.

Etwa 1 Million Menschen sterben weltweit pro Jahr an den direkten Folgen einer HBV-induzierten Zirrhose oder durch Leberkrebs.

25 % der chronischen Virusträger sterben als Erwachsene an primärem Leberkrebs oder an Zirrhose. Das HBVirus verursacht weltweit 60–80 % der primären Leberkarzinome. Die WHO empfiehlt daher, auch in Ländern mit niedriger Inzidenz eine generelle Hepatitis-B-Impfung für Kinder anzubieten, um diese Erkrankung global auszurotten. 2005 hat die WHO empfohlen, dass alle Personen gegen Hepatitis B immunisiert werden sollen.

Keine zuverlässige Therapie!

Die therapeutischen Möglichkeiten sind mager. Das „AKH-Consilium“ (www.akh-consilium.at) - zusammengestellt vom Leber-Spezialisten Univ. Prof. Dr. Markus Peck weiß zur akuten Infektion: kausale Therapie bei HAV keine bekannt. Bei HBV ist frühzeitiger Einsatz von Interferon-alpha zur Viruselimination eine therapeutische „Option“. Im Klartext heißt das, auch unsere moderne High-Tech-Medizin kann im Fall des Falles nicht viel ausrichten!

Schutz für alle gefordert!

Da die Impfung erst seit 10 Jahren zur Verfügung steht, ist die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ab dem 11. Lebensjahr weitgehend ungeschützt – gegen beide Virus-Typen! Abhilfe schafft hier der Kombinationsimpfstoff!

Sehr energisch formuliert, lautete die Meinung vieler ExpertInnen: „Die Uninformiertheit hat für ein zivilisiertes Land beinahe Skandalcharakter. Wir müssen den ÖsterreicherInnen über die Medien verstärkt klar machen, dass es sich hier nicht um Bagatell-Infektionen handelt. Nicht um Exoten-Krankheiten, sondern um gefährliche Erkrankungen, die grundsätzlich jeden treffen und nicht zuletzt zu einem grauenvollen Tod führen können. Schutz bietet nur die Impfung.“

Apotheken als wichtige Informationsdrehscheibe

Aktuelle Marktforschungsdaten, die von der Vizepräsidentin der Österr. Apothekerkammer, Mag. pharm. Dr. Christiane Körner, auch am Österreichischen Impftag präsentiert wurden, zeigen, dass Plakate in Apotheken und Ordinationen die häufigst genutzte Informationsquelle der Bevölkerung sind. Das macht Apotheken zu wichtigen Drehscheiben für Aufklärung und Information. In den Apotheken werden während der Aktion (1.5. – 30.6.2007) zusätzlich zu den Arztpraxen ebenfalls die Impfgutschiene erhältlich sein, mit denen die Impfstoffe im Aktionszeitraum günstiger abgegeben werden.

Russisches Roulette!

Nachdenklich der Kommentar von Pädiater Prim. Univ. Prof. Dr. Karl Zwiauer (LKH St. Pölten), seit Jahren als Mitglied des Impfausschusses des obersten Sanitätsrates mit Impffragen befasst: “Manchmal frägt man sich schon, was in den Köpfen der Menschen vorgeht! Wir haben in den Autos selbstverständlich alle Gurte, ABS, Airbags und dergleichen mehr. In Sachen Impfschutz gegen die wirklich gefährliche Virushepatitis A & B ist die Bevölkerung völlig sorglos und riskiert täglich mit größter Selbstverständlichkeit Kopf und Kragen.

Man darf sich natürlich nicht den Ausbruch einer Epidemie wünschen, aber wir wissen von anderen Infektionen, dass leider oft nur sehr dramatische Ereignisse das Verschwinden dieser Art Ignoranz bewirken.“

Die „Presse-Service-CD“ mit zahlreichen Zusatzinformationen kann angefordert werden via: service@intmedcom.com

 

 download
 
download Kollaritsch Hepatitis
download Marktforschungsdaten
download Impfplan 2007
download Ansprechpartner