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„Österr. Gesellschaft für Chirurgie“
Im Aufbruch . . .
Wien(A)(IMC; Dr. WAS). Die Österreichische Gesellschaft für Chirurgie (ÖGC) ist die Fach-vertretung der heimischen ChirugInnen. Ihr Aufgabenbereich umfasst medizinische, wis-senschaftliche, standespolitische und ethische Kompetenzen. In einem rezenten Vor-standsbeschluss hat man sich dazu entschieden, verschiedene Schwerpunktthemen durch kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit vermehrt zu kommunizieren. Es sind dies: Patientensi-cherheit & Qualitätskontrolle, Forschung, Ausbildung und fachübergreifende Zusammenar-beit verbesserte medizinische Kontakte zu den neuen EU-Ländern. „En Detail“ sieht Gene-ralsekretär Prim. Univ. Prof. Dr. Rudolf Roka im Gespräch mit IMC vor allem folgende Her-ausforderungen, die es zu bewältigen gilt:

Qualität und Patientensicherheit
sind das Produkt chirurgischer Sorgfalt, den medizinisch-technischen Voraussetzungen einer Ab-teilung und der individuellen Erfahrung des Operateurs bzw. seines Teams. Hier ergibt sich aus dem enormen medizinischen Fortschritt der letzten Jahre vor allem ein Trend zur Spezialisierung. Daraus folgt die Notwendigkeit, besonders anspruchsvolle oder auch seltene Eingriffe entspre-chend hoch qualifizierten Häusern bzw. Abteilungen zuzuordnen.

Der Begriff, der in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung ist, lautet „Mindestmengen“. – es handelt sich dabei um eine weltweit geführte Diskussion, an deren Ende exakte Vorgaben im Bereich Operationserfahrung und Häufigkeit bestimmter Eingriffe stehen. Grundlage ist die Beo-bachtung, dass die therapeutischen Ergebnisse bei komplizierten Eingriffen durch Zentralisierung in „High Volume“-Abteilungen wesentlich verbessert werden konnten. Die ÖGC hat für die Allge-meinchirurgie Richtlinien erarbeitet (Beilage 1), die zusammen mit einer Kontrolle der Ergebnisse in den kommenden Jahren praktiziert werden sollen.

Dennoch sind Mindestmengen nur eine Facette der Qualitätssicherung. Vor zwei Jahren wurde daher eine eigene Arbeitsgruppe für Qualitätssicherung in der Chirurgie gegründet. Ähnlich dem „Quality Indicator Project“ innerhalb des Krankenanstaltenverbundes in Wien werden bestimmte häufig durchgeführte Eingriffe (Entfernung der Gallenblase, Leistenbruchoperationen) auf ihre Komplikationshäufigkeit bzw. die Rate an Wiederholungsoperationen wegen Komplikationen in den an diesem Projekt beteiligten Krankenhäusern untersucht.

Ziel ist eine sowohl möglichst vollständige als auch verbindliche Beteiligung aller österreichischen Krankenhäuser. Damit können nicht nur der mehrheitlich hohe Standard der österreichischen Chi-rurgie belegt werden, sondern ggf. auch Schwachstellen rascher erfasst und und die notwendigen Verbesserungen aufgezeigt werden.

Festzuhalten ist, dass Patientensicherheit auch sichere Ressourcen benötigt, Qualitätssicherung muss unterstützt und finanziert werden.

Qualität der Ausbildung
Der Garant für die Qualität von morgen ist die gute Ausbildung von heute. Es wurde eine neue, verbesserte Ausbildungsordnung erarbeitet und der Ärztekammer und dem Ministerium zur Ge-nehmigung vorgelegt.

Neben den für die tägliche Routine breit Tätigen soll eine kleinere Anzahl hoch spezialisierter Chi-rurgInnen die schwierige Aufgabe von aufwendigen komplizierten Therapieverfahren übernehmen. Derartige weit reichende Weichenstellungen betreffen nicht nur den personellen sondern auch den gesundheitspolitischen Bereich. Zusätzlich ist die ÖGC in allen ihren Aktivitäten (Fortbildung, Kur-se, Beratung, Stipendien) um die in Ausbildung Stehenden bemüht.

Einbindung anderer Fachdisziplinen intensivieren
Diese Entwicklung ist schon seit Jahren nicht nur in Österreich, sondern weltweit „State of the Art“. Hier geht es um die verbesserte Definition jener Bereiche, für die Interdisziplinarität unabdingbare Voraussetzung als Garantie für Qualität und Patientensicherheit notwendig ist.

Wissenschaft und Forschung
sind seit der Gründung wesentliche Anliegen der ÖGC. Die Veranstaltung von Kongressen und Symposien, die Herausgabe einer eigenen Zeitschrift (European Surgery/Acta Chirurgica Austria-ca), Stipendien und internationale Kontakte sowie die geplante Errichtung eines Studienzentrums sind vorrangige Aktivitäten. Besonders bemüht man sich hier um eine enge Verzahnung von For-schung und klinischer Praxis.

Weg nach Europa
Traditionellerweise bestehen enge persönliche und medizinische Kontakte zu den süd-östlichen Nachbarn. Seit einem Jahr benutzen die kroatische, tschechische und slowenische Chirurgenge-sellschaft unser Journal „European Surgery/ACA“ als ihr nationales Zentralorgan. Die Zusammen-arbeit auf Kongressebene, der Wissenschaftstransfer als auch Fort- und Ausbildungsprogramme sollen in den künftigen Jahren weiter intensiviert werden.

Dialog mit den Medien
Durch diese Initiative sollen Möglichkeiten, aber auch Grenzen des chirurgischen Fortschritts an die Bevölkerung herangetragen werden. Die so wesentliche Vertrauensbasis zwischen Patient und Arzt wird durch die Medien zunehmend wesentlich beeinflusst, sodass hier ein Mehr an Dialog dringend notwendig ist.

Daher wünscht sich die ÖGC vor allem bei Problemen, Fehlern, sowie bei heiklen ökonomischen und ethischen Fragen einen offenen Dialog mit der Öffentlichkeit, wobei sich die ÖGC hier jeder-zeit als kompetenter Partner in chirurgischen Fragen anbieten möchte.

Nicht zuletzt deshalb, weil die Medien von Einzelnen immer wieder für simple Werbezwecke missbraucht werden. Dabei wird häufig das längst in die klinische Routine Eingegangene zur Neu-erung hochstilisiert und die Urheberschaft einseitig beansprucht. Das wäre sehr leicht vermeidbar, wenn die ÖGC vermehrt als Kompetenz-Partner den Medien mit Rat und Tat zur Seite steht.

VERANSTALTUNGSHINWEIS / Pressekonferenz der ÖGC
„MEHR-SICHERHEIT“

Mittwoch 24.5.2006, 9.30h
Billrothhaus, 1090 Wien., Frankgasse 8