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PRESSEINFORMATION 11.5.2007

Wissenschaft/Medizin/Gesundheit

NO EMBARGO

Adipositaschirurgie

Chirurgische Behandlung des Typ 2 Diabetes und anderer adipositasassoziierter Begleiterkrankungen.

Der Diabetes Typ 2 hat sich in den letzten Jahren zu einem der größten medizinischen Probleme entwickelt. Experten sind sich einig, dass im Jahr 2010 annähernd 300 Millionen Menschen weltweit betroffen sein werden.

Schon jetzt nehmen die Begleiterkrankungen und Komplikationen des Typ 2 Diabetes wie Schlaganfall, Bluthochdruck, Nierenversagen, Durchblutungsstörungen, Herzinfarkt u.a. dramatisch zu. Die häufigste Ursache dieser Erkrankung ist das Übergewicht, bedingt durch falsche und übermäßige Ernährung sowie mangelnde Bewegung. Der Typ 2 ist, rapide zunehmend, ein Problem der mittleren Generation und sogar Jugendlicher.

Übergewicht und besonders zentrale Fettleibigkeit (Adipositas) ab einem Bauchumfang von 88 cm bei Frauen und 102 cm bei Männern erhöht das Risiko für diese Erkrankung massiv. Der erhöhte Blutzucker ist zusammen mit erhöhten Blutfetten ein besonders aggressiver Verursacher von Verkalkungen kleinerer und großer Gefäße (Atherosklerose).

Eine zentrale Bedeutung in der Behandlung des Typ 2 Diabetes liegt demnach in einer Reduktion des Übergewichtes. Die Behandlung von extremen Formen des Übergewichtes sind durch konservative Maßnahmen langfristig meist aussichtslos. Extremer Leidensdruck und ein Body Mass Index (Körpergewichts-Körpergröße-Index) über 40 kg/m² lassen daher einen chirurgischen Eingriff (Adipositaschirurgie) empfehlenswert erscheinen.

Fettabsaugung (Liposuktion) stellt keine effektive Behandlung der Adipositas zur Reduktion der Begleiterkrankungen oder zur signifikanten dauerhaften Gewichtsreduktion dar.

Adipositaschirurgie bedeutet je nach Verfahrenswahl einen mehr oder minder großen bauchchirurgischen Eingriff mit entsprechenden Risiken sowie Veränderungen am Magen-Darmtrakt. Weltweit sind das verstellbare Magenband (Gastric Banding) und die Magenumgehungsoperation (Magenbypass) die häufigsten derartiger Operationen. Zahlreiche Untersuchungen und klinische Studien belegen die Wirksamkeit dieser Eingriffe.

Weit über 80 % der operierten Typ 2 Diabetiker mit einem Magenbypass benötigen auf lange Sicht weder Insulin noch Medikamente zur Diabetesbehandlung, eine Verbesserung der so genannten Insulinresistenz wird bei 99% beobachtet. Zahlreiche klinische Studien zeigen besonders beim Magenbypass eine hohe Effektivität in der Normalisierung der Zuckerstoffwechsellage.

Der obere Dünndarmabschnitt scheint nach neuesten Erkenntnissen durch die Produktion verschiedener Botenstoffe (Hormone und Enzyme) bei der Entwicklung aber auch bei der Rückbildung von Typ 2 Diabetes mitverantwortlich zu sein. Wird dieser Darmabschnitt ausgeschaltet, normalisiert sich die Insulinempfindlichkeit bereits nach einigen Tagen. Amerikanische Studien zeigen, dass Patienten bereits nach 6 Tagen die Medikamente zur Behandlung von Diabetes reduzieren oder absetzen konnten noch bevor ein signifikanter Gewichtsverlust einsetzte.

Bei der Behandlung von krankhaft fettleibigen Patienten ist Teamarbeit unbedingt notwendig. Ebenso wie bei der Entstehung dieser Erkrankung viele Faktoren eine Rolle spielen, so ist die Betreuung durch Internisten, Ernährungsberater, Sportwissenschafter, Psychologen und im Falle einer Operation auch durch den Chirurg erforderlich. Maßnahmen wie Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung sind die wichtigsten Maßnahmen in der Vorbeugung dieser epidemischen Erkrankung. Hilfe bei schwer übergewichtigen Patienten mit erfolgloser Gewichtsreduktion bietet die Chirurgie. Österreichs Spezialisten auf diesem Gebiet treffen sich in Graz um die Erfahrungen unterschiedlicher Operationstechniken auszutauschen.

Zitate Univ. Doz. Dr. Karl Miller:

· Gelenksprobleme, Rückenschmerzen, soziale Ausgrenzung und depressive Verstimmungen erschweren die Bemühungen um sportliche Betätigung und Änderung des Essverhaltens

· Operative Behandlungsmethoden sind erfolgreich in der Behandlung und Vorsorge lebensbedrohender Komplikationen sowie schwerer degenerativer Probleme der krankhaften Fettleibigkeit und erhöhen Lebensdauer sowie Lebensqualität extrem übergewichtiger Personen

· Adipositaschirurgie ist mehr als nur ein Band um den Magen zu legen

· Morbide Adipositas (krankhafte Fettleibigkeit) ist eine chronische, lebenslange, multifaktorielle, anlagebedingte Erkrankung von exzessiver Fettablagerung mit negativen medizinischen, psychischen, physischen, sozialen und ökonomischen Begleiterscheinungen

Service /Rücksprache

Prim. Univ. Doz. Dr. Karl Miller
Vorstand der chirurgischen Abteilung am KH Hallein
5400 Hallein, Buergermeisterstr. 34
Tel.:++ 43-6245-799-360, Fax.:++43-662-45497544
Mail: Karl.Miller@kh-hallein.at

· Vorstandsmitglied der internationalen Fachgesellschaft für Adipositaschirurgie (IFSO, European Chapter)

· Vorstand der Obesity Academy Austria (Qualitätsnetzwerk Übergewicht)

· Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Adipositaschirurgie

· Mitherausgeber der internationalen Fachzeitschrift Obesity Surgery

· Programmdirektor der postgraduierten Ausbildung Adipositaschirurgie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität

 

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