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PRESSEINFORMATION 11.5.2007

Wissenschaft/Medizin/Gesundheit

NO EMBARGO

Österreichische Gesellschaft für Chirurgische Forschung

DIE ZUKUNFT HAT SCHON BEGONNEN!

Die Österreichische Gesellschaft für Chirurgische Forschung widerspiegelt mit ihrer Arbeit den Zeitgeist in der Chirurgie und erschließt so neue Technologien und Forschungsergebnisse zu Gunsten der Patienten. Seit über 30 Jahren werden chirurgisch relevante Themen möglichst breit und interdisziplinär 2 Mal pro Jahr präsentiert und diskutiert.

Neben den zunehmend verfeinerten operativen Techniken muss sich gerade die Chirurgie aber auch intensiv mit neuen Technologien auseinandersetzen. Einerseits können diese neuen Verfahren zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden - man denke hier beispielsweise an die Zelltransplantation. Andererseits stellen sie die Voraussetzung für verbesserte diagnostische und prognostische Methoden dar; wie z.B. genauere bildgebende oder molekularbiologische Verfahren. Letztere befassen sich mit der Struktur, Biosynthese und Funktion von DNA und RNA auf molekularer Ebene sowie Interaktionen von Proteinen und versucht so, biologische Prozesse in der Zelle bzw. im Körper zu erklären: von der „normalen“ Entwicklung gesunder Körperzellen bis zur Entstehung von Krebszellen oder die Reaktion bzw. Anpassung der Herzmuskelzellen bei Bluthochdruck.

Neben den „klassischen“ Methoden gibt es derzeit neue interessante Ansätze. Die Technologie der „Microarrays“ – oder DNA-Chips - stellt eine solche neue Methode der Molekularbiologie dar, um die Expression einer Vielzahl an Genen in kürzester Zeit zu analysieren. Unbekannte Proteinsequenzen des zu untersuchenden Gewebes werden mit bekannten Proteinsequenzen, die auf einem kommerziell erhältlichen, speziellen Glasträger aufgebracht sind, inkubiert. Nach dem genetischen Schlüssel-Schloss-Prinzip lagern sich die entsprechenden Proteinsequenzen aneinander und können dann über einen speziellen Scanner in numerische Informationen umgewandelt und beurteilt werden. Auf diese Weise kann das für die jeweilige Erkrankung spezifische Genmuster eines erkrankten Gewebes bzw. Organs bestimmt werden. Durch die schnelle und simultane Analyse von bis zu 15.000 verschiedenen Genen kann diese Methode vor allem bei Verdacht rasch für diagnostische Zwecke bei Patienten verwendet werden.

Bei der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgie hat unsere Fachgesellschaft heuer die Molekularbiologie ganz in den Vordergrund gestellt und unter dem Thema „Die Zukunft hat schon begonnen“ - Bedeutung der molekularen Biologie in der Diagnostik, Prognose und Therapie“ zwei Sitzungen mit den Schwerpunkten Herz-Gefäß- sowie Bauchchirurgie ausgerichtet.

Als „state-of-the-art“ Vortragender konnte der Grazer Universitätsprofessor Dr. K. Zatloukal, ein international anerkannter Experte und Pionier auf dem Gebiet der Molekularbiologie und –pathologie, gewonnen werden. Er wird besonders darauf eingehen, dass genaueres Wissen um die molekularen Prozesse auch zu immer individuelleren Therapiemöglichkeiten führen wird.

Die Höhepunkte der herz-gefäßchirurgischen Sitzung gehen in exakt die gleiche Richtung: Die Arbeitsgruppe um Univ. Doz. Dr. B. Podesser (Wien und St. Pölten) zeigt in experimentellen Arbeiten, dass die Entwicklung des Herzversagens ganz spezifische Proteine aktiviert, die für die Auflockerung des Herzgewebes, die folgende Ausweitung der Herzhöhlen und die daraus resultierende Herabsetzung der Pumpleistung verantwortlich sind.

In einer weiteren experimentellen Arbeit wird der Einfluss des Geschlechts auf die Entwicklung des Herzversagens untersucht: hier zeigt sich, dass weibliche Herzen nach einem Herzinfarkt zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt über kompensatorische Mechanismen verfügen, diese jedoch auch gegenüber männlichen Herzen eher zu einer überschießenden Kompensation mit entsprechend schlechterem Langzeitergebnis führen.

Klinisch sucht die Arbeitsgruppe derzeit nach molekularbiologischen Markern, die das Fortschreiten von Erkrankungen der Aortenklappe beschreiben. Es werden erstmals Proteine beschrieben, die zunehmend mit fortschreitender Verschlechterung der Herzleistung auftreten und somit zukünftig im klinischen Alltag dazu dienen könnten, den optimalen Zeitpunkt für eine Operation bei Patienten mit Aortenklappenstenose zu bestimmen.

Die Akzente in der bauchchirurgischen Sitzung sind ebenfalls ganz auf die Entwicklung und Beschreibung neuer Marker ausgerichtet: Die Arbeitsgruppe um Univ. Prof. Dr. J. Karner (Wien) und Univ. Prof. Dr. B. Marian (Wien) konnte zeigen, dass spezifische Proteine, die zur Gruppe der Bindegewebswachstumsfaktoren gehören und für Zellwachstum, Gewebsregeneration und das Entstehen von neuen Blutgefäßen verantwortlich sind, vermehrt im Tumorgewebe von Patienten mit Dickdarmkrebs auftreten. Darüber hinaus konnte die Arbeitsgruppe nachweisen, dass diese Proteine die verschiedenen Zelltypen des Dickdarmkrebses zu Wachstum anregen. Somit bietet die Identifizierung dieser Proteine die Grundlage sowohl für den Einsatz als diagnostischer Marker als auch für die Erforschung neuer Therapiemöglichkeiten. +++ende+++ (5.544 Zeichen inkl. Leerz.)

Service /Rücksprache

Univ. Doz. Dr. Bruno Podesser
Abteilung für Herzchirurgie
Landesklinikum St. Pölten
3100 St. Pölten, Probst Führerstr. 4
T: ++43-(0)2742-300-12606

F: ++43-2742-300-12609
Email: bruno.podesser@meduniwien.ac.at

 

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