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Pressemeldung - Dienstag, 15. Juni2004

Wissenschaft/Gesundheit/Medizin

Osteoporose - Labor statt Knochendichtemessung?

NEUER LABORPARAMETER WEGWEISEND

Wien/Innsbruck.(IntMedCom, WAS) „Bruneck-Studie“ heißt eine der größten Studien, die sich mit dem Schlaganfall und seinen Wegbereitern beschäftigt. Der Tiroler Prof. Dr. Georg Schett (et al) – derzeit nach einem USA-Forschungsaufenthalt wieder am Wiener AKH tätig - veröffentlichte kürzlich eine Studie, die liebgewordene Traditionen wie die Knochendichtemessung in Frage stellt. Der neue Laborparameter RANKL kann die Wahrscheinlichkeit von nicht traumatischen (spontanen) Frakturen vorhersagen. Das Überraschende: sie ist von der völlig Knochendichte unabhängig. MedCommunications bat Prof. Schett nach der Rückkehr aus den USA zum Gespräch.

Insider wissen es längst. Österreich ist eines jener Länder mit der weltweit höchsten Zahl an Knochendichtemessungen. Das ist nicht nur teuer, sondern mittlerweile auch medizinisch fragwürdig.

Die Österreichische Arbeit, die kürzlich im „JAMA - Journal der American Medical Association“ publiziert wurde („Soluble RANKL and Risk of Nontraumatic Fracture“) und in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Willeit und Dr. Kiechl von der Neurologischen Universitätsklinik Innsbruck erstellt wurde, förderte Überraschendes zu Tage. Eine grundsätzlich einfache Labormessung kann Auskunft über die Wahrscheinlichkeit von Spontanfrakturen binnen der nächsten 5 Jahre geben. – Und diese Aussage ist völlig unabhängig von der Knochendichte? Wie ist das möglich?

Schett: „Unser Messwert ist von allen anderen, bislang bekannten Faktoren unabhängig. Die Erklärung besteht darin, dass die Knochendichte etwas über Struktur und Masse des Knochens aussagt, aber nichts über die Qualität der Knochensubstanz.“

Im Klartext, mäßige Knochendichte bei gutem „RANKL“ stimmt wenig besorgt, während unauffällige Knochendichte bei niedrigem RANKL zu Besorgnis Anlass gibt.

Was aber ist RANKL (Receptor Activator of Nuclear Factor Kappa-B Ligand)?
Schett: “Es handelt sich um ein Protein, das von den Osteoblasten produziert wird, aber die Osteoklastentätigkeit stimuliert.”

Das Denkproblem: Die „Blasten“ schaffen Knochen, die „Klasten“ bauen ihn ab – Aber der Knochen steht in einem ständigen Gleichgewicht von adaptivem Auf- und Abbau. Vor allem gesunder Knochen. Somit sind hohe „RANKL-Werte“ günstig, weil sie Gutes über die „Vitalität des Knochens“ aussagen.
Schett: „Es kommt nicht nur auf die Knochenmasse an, sondern auch auf die Qualität der Knochensubstanz!“
Für Menschen mit Risikoprofil für Osteoporose (Mangelernährung, Stoffwechselerkrankungen, Menopause etc.) eine wesentliche Erkenntnis, da man dort fälschlich immer die Knochendichte als das „Maß aller Dinge“ angenommen hatte.

Der Wert kann noch nicht im Standardlabor gemessen werden, ist derzeit noch Kliniken vorbehalten. Die Österreichische Firma „BIOMEDICA“ (www.biomedica.at) bietet den Test bereits an.

Bruneck-Studie: an 902 Gesunden (40.-80. Lj, je 50% Männer & Frauen) wurden 1990, 1995 und 2000 eine Vielzahl von Laborparametern gemessen. Die weltweit zweitgrößte Studie ihrer Art. Ziel war es, die gemessenen Werte bzw. deren Veränderungen mit der darauf folgenden Krankengeschichte in Bezug zu setzen. Eine der wichtigsten Studien in Bezug auf Früherkennung und Prävention verschiedenster Erkrankungen.

 

Service

Prof. Dr. Georg Schett
AKH-Wien
Tel.: 01-40400-4283, Fax:..-4306, E-Mail: georg.schett@meduniwien.ac.at

 


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