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Pressemeldung - Dienstag, 2. März 2004

Wissenschaft/Gesundheit/Medizin

EU-Neuling Prag & Herzinfarktversorgung

Städtematch mit Wien endet 1:13?!

Wien. (IntMedCom, WAS) Großes Aufsehen und „Empörung“ hat kürzlich eine Pressekonferenz der „Medien-Akademie-Gesundheit“ ausgelöst, in der die Herzinfarkt-Versorgung der Tschechischen Bevölkerung besser als jene Österreichs bezeichnet wurde. Stein des Anstoßes war die sogenannte PTCA. Eine Methode, bei der im Wesentlichen eine sofortige Dehnung (binnen 12 Stunden) des betroffenen Herzkranzgefässes erfolgt. Die kolportierte Zahl für Gesamt-Österreich lag bei 15%. Der folgende Überblick soll ermöglichen, sich zumindest ein Bild von der Situation beim nördlichen Nachbarn zu machen. Denn im Gegensatz zu Österreich existieren dort klare Aussagen aus überprüften, international anerkannten Studien. Quellen waren das „European Heart Journal“, Daten der ESC (European Society for Cardiology) und die offiziellen Angaben der Stadt Prag zur Bevölkerungszahl.

Das Wichtigste zu Beginn und ohne jeden Kommentar. In Prag stehen laut Prague-2-Studie (P. Widimsky et al) einer Bevölkerung von rund 1,2 Mio. (Angabe der Stadt Prag, Stand 1997, http://www.monet.cz/zp/envi98/ak_063.htm) Menschen volle 8 Zentren mit spezialisierten Herzkatheterlabors !rund um die Uhr! zur Verfügung. In Wien hat - im Rahmen eines Langzeit-Pilotversuches – jeweils nur ein einziges Spital 24-Stunden-Bereitschaft. Damit steht das „Herznotfall-Versorgungsmatch“ numerisch 8:1 für Prag. Berücksichtigt man allerdings die unterschiedliche Bevölkerungszahl (Wien rund 2,0 Mio.) firmiert die dramatisch bessere Versorgungslage der tschechischen Metropole gar mit einem Faktor von rund 1:13. (Anm.: Das kommentiert sich selbst.)

Die beispielhafte „Prague-2-Studie“, veröffentlicht im „European Heart Journal“ (2003)24,94-104, weist mit Ende der Studie eine !primäre! PTCA-Versorgung (sofort bei Infarkt und nicht erst Tage danach) von 95% der Gesamtbevölkerung Tschechiens innerhalb eines Distanzradius von 100km aus. Es wird explizit betont, dass alleine die Durchführung der Studie zu einer relevanten Verbesserung der Versorgungssituation geführt hatte, da alleine 2002 9 Zentren zusätzlich neu hinzukamen bzw. auf ein 24-Stunden-Service umstiegen.

In dieser nationalen Studie war zunächst ein Areal eingebunden, das 54% der Gesamtbevölkerung repräsentierte. Der Wert von 95% Zugang zur PTCA bezieht sich laut Autoren (Grafik, S.96)auf das Ende der Studie.

Die Prague-2-Studie zeigte weiters, dass die Sterblichkeit von PatientInnen (Endpunktdefinition: Tod/Re-Infarkt, Schlaganfall), die nicht mit der PTCA, sondern mit einer konventionellen Thrombolyse (Blutgerinnsel wird medikamentös aufgelöst) versorgt wurden, nahezu doppelt so hoch war. Bei Transport + PTCA lag sie bei 8,4%, nach Thrombolyse bei 15,2%. Das bestätigt aber nur erneut ohnehin längst gesichertes Wissen.

Wenngleich die Studie erst 2003 im Druck erschien, sind diese Informationen seitens der „European Society for Cardiology“ (www.escardiocontent.org) aber bereits seit 2002 bekannt und verfügbar gemacht.


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