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Pressemeldung - Donnerstag, 6. November 2003, 06.11.03 13:58:17 CET/MEZ

Wissenschaft/Gesundheit/Medizin

Meningitis ist nicht gleich Meningitis

Wien/St. Pölten. Es verwundert nicht, wenn bei dem Begriff (bakterielle) „Meningitis“ gelegentlich insofern Verwirrung auftritt als dieses Wort als solches keinen Hinweis auf die Art des ursächlich beteiligten Erregers enthält. Nicht einfach auf den ersten Blick die Unterscheidung PNEUMO – Kokken und MENINGO-Kokken wie uns KollegInnen aus den Medien bestätigt haben. Was sind die wichtigen Unterschiede? Wir haben den Pädiater Prim Univ. Prof. Dr. Karl Zwiauer, Chef der Kinderabteilung des KH-St. Pölten befragt.

MC: Wer den Begriff Meningitis hört, der denkt wahrscheinlich automatisch an die namensähnlichen „Meningo-Kokken“. Im aktuellen Gespräch sind aber andere „Kokken“ als Erreger der gefährlichen Meningitis, die „Pneumo-Kokken“. Was sind die wichtigsten Unterschiede?

Zwi: Diese Benennung ist tatsächlich etwas verwirrend, denn hinter dem Begriff Pneumokokken steht der „Streptococcus pneumoniae“, während sich der Erreger „Neisseria meningitidis“ hinter der Bezeichnung Meningo-Kokken verbirgt. Da die Silbe „Pneumo“ auf die Lunge verweist, kann es da natürlich zu Verwirrung kommen. Der Grund ist, dass der Erreger zunächst als ein Keim für Lungenentzündungen erkannt wurde und später erst weitere Infektionen wie Meningitis, Sepsis oder Mittelohrentzündung mit ihm in Verbindung gebracht wurden.

MC: Ergeben diese unterschiedlichen Erreger auch andersartige Krankheitsbilder oder Verläufe?

Zwi: Nein, beide Formen der Meningitis verlaufen sehr ähnlich mit den klassischen Symptomen wie Kopfschmerz, Benommenheit, hohem Fieber bis hin zum Koma.

MC: Heißt das, beide Erreger wirken im Körper gleich?

Zwi: Nein, hier gibt es Unterschiede. Die Pneumokokken führen zu einer ständig intensiver werdenden Entzündungsreaktion, da sich diese Keime im Organismus extrem rasch vermehren. Die Meningokokken hingegen bilden giftige Substanzen – sogenannte Endotoxine – die einerseits aktiv freigesetzt werden und andererseits beim Zerfall der Erreger ins Blut übertreten.

Erst in einer fortgeschrittenen Phase der Infektion sieht man bei den Meningokokken häufig Hautsymptome wie Blutungen oder charakteristische Rötungen/Ausschläge.

MC: Gibt es noch andere Unterscheidungsmerkmale?

Zwi: Säuglinge und Kleinkinder sind von beiden Erregern etwa ähnlich häufig betroffen. Jugendliche zeigen eine häufigere Infektion mit Meningokokken, wenn eine Meningitis auftritt, wogegen die Pneumokokken später bei älteren Menschen vermehrt für Infektionen verantwortlich sind.

Weiters ergibt sich aus der Tatsache, dass Pneumokokken-Infektionen immer wieder Virusinfekte als Wegbereiter vorausgehen für diese Gehirnhautentzündungen eine Häufung im Winterhalbjahr. Hören wir von einer Meningitis mitten im Sommer sind meist Meningokokken verantwortlich.

Die Pneumokokken-Meningitis führt in ca. 25% zum Tod und mit rund 30% häufiger zu Dauerschäden, während die Meningokokken in etwa 19% der Fälle einen tödlichen Verlauf verursachen und auch bei den Folgeschäden etwas niedriger abschneiden.

MC: Und wie steht es mit Behandlung und Prävention?

Zwi: Da es sich um extrem gefährliche Infektionen handelt, erfolgt die Therapie so gut wie immer im Krankenhaus. Basis sind Antibiotika, zusätzliche Maßnahmen erfolgen symptomatisch.

Bei der Prävention verfügen wir im Falle der Pneumokokken über eine vom Impfausschuss des Obersten Sanitätsrates wiederholt als obligatorisch empfohlene Schutzimpfung, die bis zu 85,6% der Erreger abdeckt.

Bei den Meningokokken gibt es ebenfalls Impfstoffe, mit denen etwa 1/3 der in Österreich vorkommen Meningokokken-Meningitiden verhindert werden können. Die Meningokokken-Impfung ist derzeit auch nicht in den allgemeinen Impfempfehlungen für Säuglinge und Kleinkinder.

 


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