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PRESSEMELDUNG
Montag, 1. September 2003
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Wissenschaft/Gesundheit/Medizin

BRENNPUNKT GEDÄCHTNIS

Wien(MedCommunications, DrWAS). Sie sind unter uns! Jene Menschen, die aufgrund Ihres Alters bzw. im Vorfeld einer Demenz vom Alzheimer-Typ unter fortschreitendem Gedächtnisverlust leiden. Österreichs Gesetzgeber sehen das Problem entweder nicht oder sehr salopp, denn es existiert nicht einmal ein Standard, ab welcher Grenze derart gebrechliche Menschen etwa nicht mehr Auto fahren dürften. Schon gar nicht aber gibt es ein flächendeckendes Netz von "Gedächtnis-Kliniken", die sich mit der Früherkennung und umfassenden psychosozialen Betreuung beschäftigen. Wir haben Österreichs erste "Memory-Clinic" - gegründet bereits 1996 - an der Psychiatrischen Abteilung des Wiener Donauspitals besucht und uns mit Abteilungsvorstand Prim. Dr. Manfred Haushofer und Projektleiter OA Dr. Michael Rainer zu den aktuellen Problemen unterhalten.

Es ist tatsächlich so, dass es keine gesetzliche Schwelle für diese Hirnleistung gibt, ab der das Lenken eines Kraftfahrzeugs nicht mehr gestattet wäre. OA Rainer: "Erst kürzlich haben wir einen Patienten bekommen, dem wegen Langsamfahrens der Führerschein entzogen wurde." Kein Wunder, denn die Betroffenen haben zunächst überall dort Probleme, wo sie sich auf neue Situationen einstellen müssten. Dazu gehört etwa die örtliche und räumliche Orientierung im Straßenverkehr.

Grundsätzlich handelt es sich um ein Altersproblem und mit dem rasch wachsenden Anteil des entsprechenden Bevölkerungsanteils um ein rapide wachsendes, wenn im Vorfeld eine Demenz vom Alzheimer-Typ (rund 70% aller Demenzen) die Gedächtnisleistung nachlässt. Kein turbulentes Ereignis, sondern ein schleichender Leistungsverlust, der in der gewohnten Umgebung lange kompensiert wird. Vielfach sogar verbunden mit der Erkenntnis, dass das Gedächtnis nicht mehr so gut funktioniert wie früher. Allerdings: die meisten Betroffenen wollen sich das nicht eingestehen und kommen erst sehr spät zur Behandlung.

Wer sich meldet, für den heißt es zunächst aber "Bitte, warten!" Prim Haushofer:" Da kein eigenes Personal für die Memory-Clinic vorgesehen war wird diese vom Personal der Gerontopsychiatrischen-station und der Ambulanz mitversorgt. Es besteht daher eine Personalknappheit die für Patienten eine Wartezeit von derzeit etwa 10 Wochen zur Folge hat."

Am Beginn der Untersuchung steht die Beurteilung der Gedächtnisstörung. Bestimmte Tests geben einen Überblick, wo die Mängel liegen und wie stark sie ausgebildet sind. (entsprechende Tests finden Sie unter www.intmedcom.com). Definierte Fähigkeiten wie etwa das Identifizieren von vier übereinander gezeichneten Gegenständen, das Positionieren der Uhrzeiger im Zusammenhang mit einer vorgegebenen Uhrzeit oder das Nachzeichnen eines Fünfecks gehen verloren. Eine umfangreiche Arbeit wie OA Rainer bestätigt. "Aus diesem Grund können wir pro Woche auch nur 7 Erstkontakte bewältigen."

Unter Therapie soll man sich dann aber nicht vorstellen, dass Medikamente alleine das Problem lösen. Freilich kommen verschiedene pharmakologische Substanzen zum Einsatz, aber im Vordergrund steht die Arbeit der Gedächtnis-Trainer. Das ist ein neues medizinisches Berufsbild.

Der Gedächtnistrainer arbeitet in Einzelsitzungen oder (für die Betroffenen günstiger) mit einer Gruppe. Eigentlich eine harte Arbeit, denn man spielt nicht nur geeignete Gesellschaftsspiele zur Hirnleistungssteigerung, sondern oftmals müssen einfache Tätigkeiten des täglichen Lebens wie "Kaffeekochen" oder die Bedienung des Mikrowellenherdes Schritt für Schritt mühsam wieder erlernt werden.

Damit aber nicht genug! Wichtig ist die umfassende psychosoziale Betreuung und von besonders hohem Stellenwert die gründliche Schulung der Angehörigen. Sie erfolgt in zwei Formen. Entweder als Beratung im Einzelfall oder durch den Besuch von Seminaren die zweimal jährlich angeboten werden, in denen die betreuenden Angehörigen ihr Wissen auf den letzten Stand bringen können.

Hinter dem Schlagwort "Megapoles" verbirgt sich in der Memory-Clinic im Donauspital noch ein besonderes Projekt. Als übergreifendes Ziel wird definiert: "Aufklärung der Gesellschaft im Hinblick auf Demenzerkrankungen mit dem Ziel diese in einem Frühstadium zu diagnostizieren und zu therapieren, und die bestehenden Ängste der Menschen durch Information abzubauen." Und als konkrete Maßnahme steht im Konzept: "Einer breiten Bevölkerungsschicht die nach heutigem Wissenstand optimalen Behandlungsstrategien dementieller Prozesse im stationären und ambulanten Raum anzubieten."

Man setzt also vor allem auf extramurale (Versorgung außerhalb des Krankenhauses) Versorgung durch Angehörige und nimmt damit eine Vorreiterrolle ein. Liegt weit vor den Überlegungen der Gesetzgeber, die sich sichtlich noch nicht auf diese Entwicklung eingestellt haben. Auch in diesem Gesundheitsbereich gilt, dass die extramurale Versorgung wesentlich kostengünstiger wäre als Pflegeheime. Doch Geld gibt's derzeit keines für die Bemühungen der Gedächtnis-Doktoren.

Vielfach wird in der Öffentlichkeit geglaubt, gegen die "Verkalkung" könne man ohnehin nichts machen. Das ist falsch wie die erfolgreiche Arbeit der Memory-Clinic beweist. Allerdings müsste sich dieses Wissen erst nachdrücklich durchsetzen. Und deshalb steht zum Abschluss in deren Liste der konkreten Ziele: "Öffentlichkeitsarbeit zur Reduktion der Vorurteile und Abbau des diagnostischen und therapeutischen Nihilismus."

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Acrobat Reader-Dokument - Minimaler Mentaler Status (PDF 228 KB)

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Acrobat Reader-Dokument - Projekt Megapoles (PDF 226 KB)

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Acrobat Reader-Dokument - Uhrentest (PDF 44 KB)

 


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