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Pressemeldung - Dienstag, 27. Mai 2003, 27.05.03 16:23:42 CET/MEZ - NO EMBARGO

Gesundheit/Medizin/Wissenschaft

Pneumokokkeninfektionen

SIND DIE WIRKLICH GEFÄHRLICH?

Wien. Längst als häufigster bakterieller Erreger kindlicher Infektionen identifiziert ist der sogenannte "Pneumokokkus ". (Streptococcus pneumoniae). Er kann ein breites Spektrum an gefährlichen Infektionen hervorrufen, deren Letalität (Tödlichkeit) von Experten mit bis zu 20% beziffert wird. Dazu gehören die Krankheitsbilder der akuten, schweren Mittelohrentzündung, der Lungenentzündung, der Sepsis (Blutvergiftung) oder der Meningitis (Gehirnhautentzündung). Geeignete Antibiotika kommen häufig schon zu spät, sofern nicht ohnehin bereits eine Antibiotika-Resistenz vorliegt. Die sind übrigens im Steigen begriffen. Daher raten Experten vehement zur Impfung von Kindern unter 2 Jahren. Der oberste Sanitätsrat rät dazu, der Impfausschuss im OSR hat schon vor einem Jahr eine dringende Empfehlung abgegeben, im Impfplan steht die Empfehlung, aber Kallat & Co wissen entweder nicht, was sie tun oder sie tun mit der bisherigen Dauer-Verzögerung dieser Impfung etwas Falsches, weil sie nichts wissen.

IntMedCom hat den Österreichischen Impfexperten Univ-Prof. Dr. Karl Zwiauer, Chef der Kinderabteilung im LKH St. Pölten befragt. - Mitglied des Österreichischen Grünen Kreuzes für Vorsorgemedizin und der Impfkommission des Obersten Sanitätsrates.

IMC: Wenn so ein Thema, das jeder, der Kinder hat, mit einem gewissen Bangen betrachtet, dann stellt sich immer die Frage, ob es sich tatsächlich um eine reale Gefahr handelt oder eben nur ein Impfstoff wirkungsvoll vermarktet werden soll? Sind sie also tatsächlich gefährlich die Pneumokokken oder nicht?

Zwi: Gut, das Sie das gleich so direkt ansprechen, denn diese Überlegung ist ja naheliegend. Aber die Pneumokokken sind für einige Infektionen verantwortlich, die uns wirklich Probleme bereiten.

IMC: Welche Infektionen verursachen Pneumokokken genau, was sind die Konsequenzen?

Zwi: Am bekanntesten ist vielleicht die Meningitis - und zwar sehr virulente Formen der bakteriellen Hirnhautentzündung. Es kommt fast immer zu Dauerschäden, schwersten Langzeitfolgen mit Taubheit oder Gleichgewichtsstörungen. Aber es gibt noch weitere typische Krankheitsbilder, die diese Erreger hervorrufen wie die schwere Sepsis (Blutvergiftung), Lungenentzündungen mit einer immensen Dunkelziffer und nicht zuletzt die akute Otitis media - die schwere Mittelohrentzündung.

IMC: Sie sprechen von einer Dunkelziffer. Wie meinen Sie das?

Zwi: Da außerhalb des Spitals so gut wie nie ein Erreger bestimmt wird, müssen wir analog zu Ländern mit besseren - oder besser gesagt - überhaupt existierenden epidemiologischen Daten annehmen, dass es viel, viel mehr Fälle dieser Lungenentzündungen gibt als uns bekannt oder bewusst ist.

IMC: Und impfen würde helfen?

Zwi: Alleine dieses Krankheitsbild ging um bis zu 40% zurück, wo geimpft wurde.

IMC: Das weiß man aber nur auf Basis der nötigen Epidemiologie.

Zwi: Ja und die gibt es bereits durch eine Studie, die Prof. Kollaritsch in Wien durchführt un die andere internationale Untersuchungen bestätigt. Der neue Impfstoff, um den es geht, konnte laut wirklich großer Studien 97% der spezifischen invasiven Infektionen (Meningitis, Sepsis etc.) zurückdrängen gegen die er "gerüstet" ist und war immerhin noch in 90% der Fälle gegen alle Erregerstämme wirksam - auch gegen viele, die schon antibiotika-resistent waren.

IMC: Das ist aber nur eindrucksvoll, wenn diese Erreger auch potentiell entsprechend tödlich sein können. Sind sie das?

Zwi: Das kann man wohl sagen! Die Letalität - und bei diesen Zahlen sind die Erwachsenen eingeschlossen - ist für Pneumonie bis zu 10%, für Sepsis bis zu 20% und für Meningitis bis zu 30%. Wenn es sich aber etwa um immunschwache Frühgeborene handelt, dann liegen sie entsprechend höher. Weltweit versterben deshalb rund 4 Mio Kinder pro Jahr an derartigen Infektionen. Und auch die Zahl der dauerhaften Folgeschäden bis zu schwersten Entwicklungsstörungen ist enorm..

IMC: Und was ist die Antwort? Wie kann man dieser Falle entkommen?

Zwi: Ganz einfach wie ich schon eingangs sagte. Impfen, impfen, impfen - denn nur impfen hilft wirklich. Das wissen wir aus vielen anderen Bereichen.

IMC: Vielen Dank für das Gespräch!

 


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