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Pressemeldung - Mitwoch, 29.11.02 14:10 CET/MEZ, NO EMBARGO

Wissenschaft/Gesundheit/Medizin

Internationaler Erfolg - 10 Jahre AUREC-Studie!

AKTUELLE ERKENNTNISSE BEENDEN GELEHRTENSTREIT

Wien. Bereits 1992 begann die „Austrian Study on Recurrent Venous Thrombembolism“. Geleitet wird diese Studie, die sich mit dem wiederholten Auftreten venöser Thrombosen beschäftigt, von Univ. Prof. Dr. Sabine Eichinger, AKH-Wien, gemeinsam mit Prof. Dr. Paul Kyrle. Eichinger: „Zu Beginn wussten wir recht wenig, wer von venösen Gefäßverschlüssen tatsächlich verstärkt bedroht ist, heute hat sich das Bild deutlich verschärft wie auch unsere neueste Publikation in den USA zeigt.“ Die neuen Erkenntnisse behandeln eine häufige, genetisch vererbte Anlage zum Auftreten von venöse Thrombembolien (VTE) – die sogenannte Faktor-V (FV)-Leiden-Mutation. Bis zu 800.000 ÖsterreicherInnen (10% der Gesamtbevölkerung) sind davon betroffen.

Bis heute wurden über 1.000 PatientInnen mit VTE in der AUREC-Studie untersucht. Ein grundsätzlich erhöhtes Risiko zur VTE besteht etwa bei der FV-Leiden-Mutation, bei erhöhtem Faktor VIII, erhöhtem Serum-Homocystein (Hcy)oder bei der sogenannten Prothrombin (Faktor II)-Mutation.

Dabei ist allerdings die FV-Leiden-Mutation mit rund 10% der Gesamtbevölkerung die häufigste Ursache für eine Thrombophilie. Bei ThrombosepatientInnen beträgt der Anteil an FV-Leiden-TrägerInnen 30%. Dieses genetische Merkmal erhöht die Thrombosehäufigkeit um das 7-fache. Extrem wird es, wenn die weiblichen Trägerinnen die „Pille“ (orale Kontrazeption) einnehmen, denn die daraus resultierende Risikoerhöhung beträgt gar das 30-fache.

Das Ziel der AUREC-Studie ist aber vor allem, herauszufinden, wer durch immer wiederkehrende Thrombosen gefährdet und mit welchem medizinischen Konsequenzen dies verbunden ist. Von rezidivierender VTE bedroht sind beispielsweise Menschen mit malignen Grunderkrankungen, Anti-Thrombin-Mangel, Protein C- oder S-Mangel.

Eichinger: „In unserer neuesten Arbeit konnten wir allerdings beweisen, dass die Faktor-V-Leiden-MutationsträgerInnen zwar ein erhöhtes Grundrisiko mitbringen, aber in der Folge nach einer VTE im Vergleich zur Normalbevölkerung KEIN erhöhtes Risiko des Wiederauftretens dieser Thrombose haben.“

Ist das wichtig? Mit Sicherheit, denn diese Erkenntnis beendet einen langjährigen „Gelehrtenstreit“ um die Behandlung dieser PatientInnen. Eichinger dazu: „Es wurde immer wieder behauptet, dass diesen PatientInnen ebenfalls verlängert Blutverdünnungsmittel gegeben werden müssten. Das hat sich als falsch herausgestellt. Sie können bei wiederkehrender VTE ebenso behandelt werden wie die Normalbevölkerung.“

Diese Daten wurden nun in der neuesten Ausgabe des Amerikanischen Journals „Archives of Internal Medicine“ (Arch Intern Med 2002; 162:2357-2360) das die „American Medical Association“ herausgibt, publiziert.

Die eminente Bedeutung für die Praxis wird erst dann klar, wenn man weiß, dass Blutverdünnungsmittel eine ganz und gar nicht risikoarme Therapie sind, da es bei ungenauer Einstellung oder mangelnder Kontrolle zu lebensbedrohlichen Blutungen kommen kann. Daher gilt: wann immer man diese Therapie einsparen kann, sollte man es tun.

Kontakt:
Univ. Prof. Dr. Sabine Eichinger
Universitätsklinik für Innere Medizin I
1090 Wien, Währinger Gürtel 18-20
Tel.: 01 - 40400 - 4464
Fax: 01 - 4026930
Email: sabine.eichinger@akh-wien.ac.at

Fotos: www.intmedcom.com ->SprecherInnen -> Eichinger

Hintergrund:
Die AUREC-Studie ist keine „Interventions-Studie“, die sich mit dem Wert bestimmter Behandlungsmethoden beschäftigt, sondern eine sogenannte „Kohorten-Studie“, in der die Eigenheiten definierter PatientInnengruppen studiert werden. Daher wird diese Pressemeldung auch nicht von einem – wie auch immer gearteten - Sponsor finanziert, sondern ist eine kostenfreie Service-Leistung von IntMedCom (www.intmedcom.com) an die Österreichische Wissenschaft, deren erhebliche Leistungen gerade im eigenen Lande viel zu wenig Beachtung finden.


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