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Pressemeldung vom MONTAG, 26.08.02 14:14:43 CET/MEZ

Wissenschaft/Gesundheit/Medizin

Paul Ehrlich Gesellschaft (www.p-e-g.de): "Resistenzen steigen!"

UMWÄLZUNGEN BEI ANTIBIOTIKA!

Wien/Bonn. In der neuesten Ausgabe Ihres Organs „Chemotherapie Journal“ geht die Deutsche „Paul Ehrlich Gesellschaft“ in ihren aktualisierten Behandlungsempfehlungen sehr nachdrücklich auf die Veränderung durch aktuelle Resistenzentwicklungen ein. Diese Empfehlungen haben auch für Österreich Bedeutung. Das bestätigte der international anerkannte Antibiotika-Spezialist OA. Dr. Oskar Janata vom Donauspital in Wien im Exklusiv-Interview mit IntMedCom. Konkret geht es um eine teilweise Rückstufung der sogenannten „Makrolid-Antibiotika“, die hierzulande, so Janata, laut einer Lancet-Studie (2001, Vol 4357, No 9271) im Europa-Vergleich in erheblicher Menge verordnet würden. Ersetzen soll man sie u.a. mit den sogenannten Cephalosporinen. Vor allem die Substanz (Cefpodoxim-Proxetil*) kommt in den kritischen Betrachtungen der „Paul Ehrlich Gesellschaft“ besonders gut weg.

Nicht alle geben es schon zu, aber die Zeiten als das deutschsprachige Europa und insbesondere Österreich in Bezug auf die Resistenzen der Erreger gegen Antibiotika eine „Insel der Seligen“ war, sind definitiv vorbei.

Klare Worte findet dazu die Deutsche „Paul-Ehrlich-Gesellschaft“ mit Sitz in Bonn. Sie gilt im deutschsprachigen Raum als so etwas wie das „Antibiotika-Gewissen“ und beobachtet laufend die Resistenzentwicklungen. Auf dieser Basis werden die Empfehlungen zur Antibiotika-Therapie regelmäßig aktualisiert. In der letzten Ausgabe des Gesellschaftsorgans „Chemotherapie Journal“ setzte die PEG einen Paukenschlag.

Zwar wird betont, dass extrem hohe Resistenzraten - wie im Krankenhaus beobachtet - in der Allgemeinpraxis noch nicht aufträten, aber die Heim- und ambulante Nachbehandlung auch schwerer Infektionen würde die aktive Berücksichtigung mehrfach resistenter Erreger nötig machen. Vor allem betroffen: Infektionen der Atemwege und des Harntrakts. Besondere Beachtung finden seitens der Resistenzwarnung der PEG unter anderem folgende Erreger: Pneumokokken, Haemophilus influenzae, Staphylokokken, A-Streptokokken, Pseudomonas, verschiedene Enterobakterien oder Klebsiellen.

Was heißt das in der Praxis? Vor allem die Krankheitsbilder Mittelohrentzündung, Nebenhöhlenentzündung, akuter bakterieller Bronchitis aber auch bestimmte Formen der Lungenentzündung sind betroffen – Im wesentlichen also häufige Infekte der Atemwege.
IntMedCom fragte bei Antibiotika-Spezialist Dr. Oskar Janata, Chefhygieniker am Donauspital in Wien, nach, denn grundsätzlich gilt, dass Resistenzdaten aus dem Ausland mit der aktuellen Situation in unserem Lande nicht verglichen werden sollten.

Dazu Janata: „Ausländische Daten haben im Allgemeinen für uns geringe Relevanz, aber die aktuellen Empfehlungen der Paul Ehrlich Gesellschaft sind hier eine Ausnahme und unbedingt ernst zu nehmen. Die umfassendesten Daten zur Resistenzlage in Österreich hat Prof. Dr. Helmut Mittermayer (Anm.: KH Elisabethinen) in Linz. Er hat kürzlich etwa für Kärnten und die Steiermark im Österreichvergleich recht hohe Resistenzdaten vorgelegt, die man sich allerdings noch nicht erklären kann.

Die Verlierer
Die PEG gibt in ihrer Publikation ganz klare Empfehlungen, was zu tun sei. Zum Einen: das gute alte Penicillin ist noch lange nicht tot. Zum Anderen: man wird sich in den angeführten Bereichen von den sehr beliebten sogenannten „Makroliden“ – Muttersubstanz Eythromycin - verabschieden müssen. Und das ist eine Umwälzung, ist doch etwa die Substanz Azithromycin (seinerzeit entwickelt in den Labors des kroatischen Pliva-Konzerns in Zagreb) – das „weltweit meistverkaufte“ Antibiotikum – direkt davon betroffen. Den Makroliden wurde von der PEG in den angeführten Indikationen das begehrte Prädiket „Therapie der ersten Wahl“ klar entzogen. Janata: „Speziell in Österreich wurden laut einer Lancet-Studie aus 2001 Makrolide mit über 24% Anteil an den Antibiotika-Verschreibungen überdurchschnittlich häufig verordnet. Das entspricht sicherlich nicht der Kernkompetenz dieser Substanzen, aber diese Präparate wurden eben intensiv und gut beworben.

Die Gewinner
Das ist der Paukenschlag der PEG: das Prädikat „Therapie der ersten Wahl“ erhielt die Gruppe der Cephalosporine. Es wäre aber oberflächlich, zu generalisieren, denn auch da nimmt man eine Reihung vor, da vor allem die neuesten Substanzen (3. Generation) erhebliche Unterschiede hinsichtlich ihres bakteriellen Wirkspektrums (zB. Lücken bei Pneumokokken) aufweisen. Daher gibt es innerhalb der Cephalosporine einen „Winner“, den auch Janata bestätigte – Cefpodoxim-Proxetil*)Dies gilt im wesentlichen für Atemwegsinfekte aber auch Harnwegsinfekte oder Salmonellosen. Janata zur Umreihung von Rang 2/3 auf Platz 1: „Die Substanz ist hoch wirksam, vereint die Qualitäten sowohl der 2. als auch der 3. Cephalosporin-Generation, ermöglicht eine gute Compliance und ist auch bei Kindern besonders gut einsetzbar.

Eine Meinung, die man auch im den unabhängigen Ausführungen der PEG nachlesen kann. Dort wird der Begriff „Übergangs-Cephalosporin“ (2. auf 3. Generation) geprägt.

Die Quintessenz
Die oftmals verdrängten, fortschreitenden Resistenzen bestimmter Erreger – wie etwa der Pneumokokken – führen nun auch in der Praxis zu zwingenden Veränderungen. Das ergab eine Untersuchung der Deutschen Paul Ehrlich Gesellschaft. Pneumokokken sind etwa bei Kindern der häufigste Infektions-Erreger, aber auch besonders für ältere Menschen extrem gefährlich. Daher verdienen sie besondere Beachtung. Makrolide sind hier laut PEG nicht mehr Therapie der ersten Wahl und sollten u.a. durch Cephalosporine ersetzt werden. Der derzeit am komplettesten wirksame Vertreter dieser Gruppe ist nach Meinung der Fachleute Cepfpodoxim. (ENDE, IntMedCom, WAS)

(* Nennung lt. AMG Fachmedien vorbehalten)

SERVICE:
Aktuelles Dokument der PEG kann unter office@intmedcom.com als PDF angefordert werden
Fotos & Informationen zu Pneumokokken: www.intmedcom.com
*)Cefpodoxim-Proxetil wird in Österreich von Sankyo Pharmazeutika Austria GmbH (www.sankyo-pharma.com) unter dem Namen OTREON® vertrieben.
Fotos von Dr. Janata: www.intmedcom.com
Kontakt: OA Dr. Oskar Janata, Mail: oskar.janata@SMZ.magwien.gv.at

 


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