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Pressemeldung vom Montag, 19.08.2002 14:00 MEZ/CET - NO EMBARGO

Medizin/Gesundheit

Katastrophe & Psyche

JETZT WARTET DIE PTSS-FALLE

Gars/Kamp. (WAS) In ersten Gesprächen mit Betroffenen zeigt sich der enorme psychische Druck, dem die Menschen durch die Flutkatastrophe ausgesetzt sind. Erwachsene Männer weinen stundenlang verzweifelt vor sich hin und sind nicht fähig, sich der Realität der Zerstörung zu stellen. Andere Menschen gehen einfach nicht mehr unter die Dusche, weil sie das Geräusch fließenden Wassers nicht ertragen können. Was 3 bis 4 Wochen auf der Seite der Psyche als weitere Komplikation der Situation warten könnte ist das sogenannte "Posttraumatische Stress-Syndrom" - kurz PTSS. Vielfach werden ÄrztInnen und Betroffene diesem Phänomen möglicherweise hilflos zur Verfügung stehen, denn die Zahl der hinreichend Ausgebildeten ist gering. Viel Verständnis werden derartige Spätreaktionen, die auch noch nach Jahren auftreten könne, aber auch von Umfeld der Betroffenen abverlangen. Die Zahl der psychologischen Interventionsteams von RK und PSD ist limitiert. Die HelferInnen können "nicht überall" sein.

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Noch unter dem Eindruck des Terroraktes von 09/11 in New York organisierten zu diesem Thema im Februar 2002 Fachleute mit IntMedCom eine Pressekonferenz, deren Unterlagen inkl. sämtlicher Fotos und Kontaktadressen unter www.intmedcom.com (http://www.intmedcom.com/12000/20020213/20020213.htm) jederzeit auf Abruf zur Verfügung stehen. Nun erhalten Sie erneut traurige Aktualität. ********************************************

Hier einige markante Textauszüge.

Prim Dr. David Vyssoki, ESRA-Gesundheitszentrum Wien: "Grundsätzlich handelt es sich um ein Syndrom (Anm.: das heißt eine Reihe von Symptomen), das nach "emotional schrecklichen", sogenannten psychotraumatischen Situationen häufig auftritt.. . . .Die Symptome, die im Verlauf des PTBS / PTSD auftreten können, sind sehr unterschiedlich und für das auslösende Ereignis nicht sonderlich spezifisch. Vereinfacht könnte man sagen, es handle sich um den seelischen Nachhall, unabhängig von der Art des psychotraumatischen Schocks . . . Typische Symptome:

Plötzliche, massive Angst-Attacken mit Erregungszuständen Undefinierbare Schuldgefühle (Anm.: "Warum-Frage") Gefühl des seelischen Totseins mit Depression, Apathie, Rückzug, Anhedonie, Erstarrung, geistiger Abstumpfung Quälendes Wiedererleben schrecklicher Situationen; "Flash-Back", Hypermnesie Ermüdbarkeit, Konzentrations- & Gedächtnisstörungen Sexuelle Störungen Psychosomatische Beschwerden wie Herzklopfen, Kopfschmerz, Schwindel, Schweißausbrüche, Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen Psychoseartige Symptome wie etwas das Gefühl, noch immer verfolgt zu sein (Anm.: Geräusche-Hören), Derealisation"

Und Univ. Prof. Dr. Peter Hofmann / Univklin. f. Psychiatrie in Graz/ zu den Behandlungschancen:

"Es ist keineswegs so, dass beim PTSD eine "anonyme" Abfolge von Symptomen vorliegt, sondern ganz klare biochemische Veränderungen im Gehirn nachvollzogen werden können. Es gibt also ein "biologisches Korrelat" zu den körperlichen Effekten. Die Erkenntnis um diese Zusammenhänge zwischen Gehirn-Biologie und der Symptomatik hat den Zugang zu einer hoch effizienten medikamentösen Therapie möglich gemacht. Wohlgemerkt - die Pharmakotherapie behandelt hier die vorliegende Imbalance im Gehirnstoffwechsel und nicht das eigentliche Symptom selbst.

Der Ansatz des Zuhörens, des Redens, der Beschreibung, der Zuwendung und gemeinsamen Verarbeitung des Geschehenen ist dem Gespräch, der Psychotherapie vorbehalten. Ebenso die Intervention in der Akutsituation.

Würde man einen Symptomvergleich zwischen dem PTSD und der Depression anstellen, fiele auf, dass es eine Vielzahl ähnlicher oder sogar gleicher Symptome gibt. Daher könnte man vereinfachend sagen: "Beim PTSD handelt es sich um eine andere 'Ausdifferenzierung' eines depressiven Querschnitts." Folgerichtig werden vor allem Anti-Depressiva zur medikamentösen Behandlung der Betroffenen eingesetzt - und das in zahlreichen Studien mit großem Erfolg."


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