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Pressemeldung vom Freitag 3. Mai 2002

Wissenschaft/Gesundheit/Medizin

Parkinson
NEUER THERAPIEANSATZ GIBT HOFFNUNG

Wien/Graz/Innsbruck. Aufsehen erregten vor zwei Woche in den USA anlässlich der Tagung der American Academy of Neurologie die aktuellen Daten der sogenannten REAL-PET-Studie (http://www.parkinson.org/slowpropd.htm ). Heute Vormittag präsentierten auf einer Pressekonferenz in Wien Vorstandmitglieder der Österreichischen Parkinsongesellschaft (www.parkinson.at ) diese Zahlen den Österreichischen Medien. Auch die Universität Innsbruck hat an dieser wegweisendne Studie teilgenommen, die international auch als von Parkinson-Experten Meilenstein bezeichnet wird. Konstatiert wurde von den Ordinarien für Neurologie eine Trendwende in der Behandlung der Parkinson-Erkrankung: schon von Beginn an sollen Substanzen aus der Gruppe der Dopamin-Agonisten wie etwa Ropinirol eingesetzt werden. Hintergrund ist ein Weniger an Nebenwirkungen und ein neuroprotektiver (nervenzellschützender ) Effekt dieser Substanzklasse.

Unter Morbus Parkinson versteht man eine neurodegenerative Erkrankung, bei der es im Mittelhirn zum Untergang von Nervenzellen kommt. Folge ist ein fortschreitender Mangel an der Nachrichtensubstanz Dopamin mit einer Flut von Symptomen. Die bekanntesten sind ein feinschlägiges Zittern und der trippelnde Gang der Betroffenen. "Konkret gibt es in Österreich etwa 30.000 Betroffene." Berichtete Prof. Dr. Erwin Ott, Neurologiechef an der Universitätsklinik Graz. "Bis zu 10% von ihnen sind jünger als 40. Diese Angaben sind allerdings mit einer enorm hohen Dunkelziffer behaftet, da etwa 40% der Erkrankungen gar nicht diagnostiziert werden."

Das traditionelle Behandlungsprinzip seit rund 30 Jahren (!), ist der Ersatz des Dopamin-Mangels mittels der Substanz L-Dopa. Allerdings führt L-Dopa nach wenigen Jahren bereits zu unbeherrschbaren Problemen: Der Chef der Univ. Klinik für Neurologie in Wien, Prof. Dr. Eduard Auff, "In der Langzeittherapie führt es nach einigen Jahren aber häufig zu Problemen wie Wirkungsschwankungen und sogenannten Dyskinesien".

Vor diesem Hintergrund geben die Ergebnisse der REAL-PET-Studie neue Hoffnung. Zur Anwendung kam der sogenannte Dopamin-Agonist - das sind Substanzen, die die wirkung des Dopamins imitieren - Ropinirol. Auff: "Es kommt zu einer Verlangsamung des Untergangs von Dopamin-Zellen um etwa 20% und damit zu einem verzögerten Krankheitsverlauf. Insbesondere spricht man von einer "neuroprotektiven" - also nervenschützenden - Wirkqualität. Das ist bisher eine einzigartige Eigenschaft, die andere Substanzgruppen nicht haben. Zusätzlich kommt es zu deutlich weniger Dyskinesien (Bewegungsstörungen) unter dieser Therapie."

An der internationalen Multicenterstudie teilgenommen hat auch Prof. Dr. Werner Poewe, Innsbruck. Sein Resumee: "Für die alltägliche Praxis bedeuten die neuen Befunde eine weitere Unterstützung der schon aus den klinischen Untersuchungen hinsichtlich motorischer Spätkomplikationen abgeleiteten Konsequenz, die Ersteinstellung von Parkinson-Patienten in der Regel mit Dopaminagonisten zu beginnen und erst wenn deren Wirkung nicht mehr ausreicht, L-Dopa zu addieren.


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