International MedCommunications
   
press conferencespress releasestopics plannedphotosspeakersthe agencycontact uslinkslast updatedate

Pressemeldung vom Mittwoch 03. April 2002

EXPERTENMEETING:

IMPFUNGEN - WISSENSCHAFT STATT SPEKULATION

Wissenschaft/Gesundheit/Medizin

Wien/Graz/Deutschlandsberg. In der Steiermark ist am Osterwochenende neuerlich ein Fall von infektiöser Meningitis aufgetreten. Unbestätigten Quellen zufolge wurde die Erkrankung im behandelnden Krankenhaus zwar diagnostiziert, aber der Meldepflicht nicht nachgekommen. Dadurch blieb das zwingend vorgeschriebene Management der Angehörigen aus. Traurig, aber eine typische zum "Impftag 2002", der am 13.4.2002 in Salzburg, Hotel Renaissance stattfinden wird. In den Exklusivinterviews mit IntMedCom beklagten ExpertInnen ohne Ausnahme die geringen Ambitionen in Sachen Impfungen seitens der gesundheitspolitischen VerantwortungsträgerInnen. Dadurch bestehen massive Lücken in Österreichs Impfsystem. Mit Ausnahme der Zeckenimpfung ist die Durchimpfungsrate teilweise erschreckend niedrig. Neue, hochwirksame Impfungen werde zögerlich oder gar nicht angenommen. Die Bevölkerung ist nur mangelhaft informiert.

Erst kürzlich hat eine TV-Sendung die Bevölkerung erneut verunsichert. Es wurde der Anschein erweckt, Impfungen wären generell gefährlich, es würde "zuviel geimpft" und Säuglinge sowie Kleinkinder unnötigen Risken ausgesetzt.

Dem treten Österreichs ImpfexpertInnen energisch entgegen und wollen nun anlässlich des "Impftages 2002" (Salzburg, 13.4.2002) die Öffentlichkeit über die Medien verstärkt informieren. Der Weg: eine Pressekonferenz (18.00h) mit anschließendem Pressegespräch (19.00h) am 12.4.2002 in Salzburg im Hotel Renaissance, Saal Wolfgangsee.

Impfpapst Univ.-Prof. DDr. Ernst G. Huber vom "Österreichischen Grünen Kreuz für Vorsorgemedizin" (www.gruenes-kreuz.org): "Aus amerikanischen Gesundheitsökonomiestudien geht eindeutig hervor, dass Impfungen hinsichtlich der aufgewendeten Investitionskosten pro gerettetem Lebensjahr (Costs of life year save) erstklassig abschneiden. Im Vergleich liegen die Werte für die populäre Cholesterinsenkung gar beim 20-fachen Wert der Impfprophylaxe." Huber weiter, "Trotz erheblicher Bemühungen des ÖGK ist es bisher leider nicht gelungen, in Österreich die im internationalen Vergleich katastrophale Durchimpfungsraten zu verbessern." Sehr konkret wird Huber, wenn es um die Säumigkeit der Gesundheitspolitik geht, "Beispiel Pneumokokken-Impfung: bereits im Herbst des Vorjahres gab es eine klare Empfehlung vom Impfausschuss des "Obersten Sanitätsrates" zur unbedingt notwendigen Impfung von Kindern aus Hochrisikogruppen (Frühgeborene, Neugeborene mit weniger als 2,5 kg, Zuckerkrankheit, Asthma, Herzfehler, Mongolismus u.a.). Sicherlich kein "Luxus" einer Wohlstandesgesellschaft, sonder unabdingbare Notwendigkeit und wissenschaftlich bestens belegt. Geschehen ist seitens der Gesundheitspolitik aber . . . nichts."

Weitere Highlights zu Masern, Keuchhusten % Co:

  • Univ. Prof. Dr. Heidemarie Holzmann, Inst. f. Virologie Univ. Wien, "...Wir stehen in Österreich daher unmittelbar VOR einer neuen Epidemie mit schwerwiegenden Konsequenzen, denn die Komplikationsrate ist bei Masern mit 20% sehr hoch. Dazu gehören Mittelohr und Lungenentzündungen, neurologische Komplikationen wie die Enzephalomyelitis (Gehirnentzündung)mit 25% Todesfällen und 1/3 Dauerschäden."

  • OA Dr. Heinz Eggenbauer, KH Zwettl, NÖ, zu einer besonders tragischen Komplikation einer Maserninfektion - der subakut sklerosierenden Panenzephalitis (SSPE): "Der Skandal besteht nun darin, dass diese katastrophale Erkrankung nicht sein müsste, wenn wir konsequent gegen Masern impften. In Nordamerika ist die SSPE bereits ausgestorben, aber wir werden wohl weiterhin Kinder in Raten sterben sehen müssen, wenn sich im Hinblick auf diese Impfung nicht einiges - und zwar rasch - ändert."

  • Univ. Prof. Dr. Herwig Kollaritsch, Wien: "Grundsätzlich ist zu sagen, dass Keuchhusten beim Erwachsenen offenbar wesentlich häufiger ist, als ursprünglich angenommen. Im Jahr 2000 verzeichneten wir 500 Fälle, in der ersten Hälfte des Vorjahres bereits ebenso viele. Unter Berücksichtigung einer vermutlich sehr hohen Dunkelziffer gehen wir somit davon aus, dass wir derzeit eine veritable Pertussis-Epidemie erleben. Das entspricht auch der Zyklizität dieser Erkrankung, die immer alle 5 Jahre gehäuft auftritt. Die letzte Epidemie davor war 1996. Eine entsprechende Bewusstseinsbildung tut Not, denn zwei Gruppen sind durch diese Entwicklung enorm gefährdet: Neugeborene, die unter besonders schweren Pertussis-Formen zu leiden haben und ältere Menschen, deren Immunsystem insgesamt weniger leistungsfähig ist."

  • Dazu auch Prof. Huber: "Die Lösung des Problems wäre einfach. Alle 10 Jahre sollte regelmäßig eine Kombinationsimpfung von Diphtherie - Tetanus - Pertussis erfolgen. Die Impfstoffe sind vorhanden und werden gut vertragen."

  • Auch anderen Infektionen könnte wirksam begegnet werden wie den Infektionen durch Pneumo- und Meningokokken. Pneumokokken sind die häufigsten Erreger von Infektionen beim Menschen. Säuglinge sind ihnen wegen des noch nicht voll ausgebildeten Immunsystems weitegehend hilflos ausgeliefert. Die Rate an Komplikationen ist erheblich, die Information der Bevölkerung mangelhaft. Dazu Prof. Huber: "Hinsichtlich bakterieller Infektionen wie etwa der gefürchteten Folgen von Pneumokokken-Infektionen (Lungenentzündung, Hirnhautentzündung, Blutvergiftung etc.) gilt das "Was man nicht sieht-Syndrom" vor allem für die Bevölkerung. Was wenige wissen: Pneumokokken sind die häufigsten Erreger bakterieller Infektionen beim Menschen. Wir wissen aus Erfahrung, wenn im Rahmen einer begrenzten Epidemie wieder einige Säuglinge zu Tode kommen, dann "laufen" alle zur Impfung. In diesem speziellen Fall kommen Antibiotika etwa viel zu spät, denn bis im Labor sichergestellt ist, um welchen Erreger es sich handelt und welches Antibiotikum das bestgeeignete ist, vergeht essentielle und wertvolle ,Überlebenszeit'."

  • Hier liegt die besondere Peinlichkeit darin, dass ein relevant wirksamer Impfstoff bereits längst zur Verfügung steht und in den USA bereits zu einem enormen Rückgang der Infektionen und Todesfälle geführt hat . . .

MEDCOMMUNICATIONS Dr. W. Schuhmayer KEG
P. Abel-Str. 8, A-3400 Klosterneuburg, Austria - Europe
Tel: +43-2243-303 43 & +43 - 664-435 2930
Fax:+43-2243-303 44 & +43 - 1 - 33 49 609
E-mail: office@intmedcom.com
Media-Service: www.intmedcom.com
Member of the American Chamber of Commerce in Vienna
& The American Association for the Advancement of Science