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Pressemeldung vom 13.2.2002 zur Pressekonferenz
"Schreie - Ängste - Tränen"

PTBS HÄUFIGER ALS ANGENOMMEN

Wissenschaft/Medizin/Gesundheit.

Wien. Anlässlich der heutigen Pressekonferenz "Schreie-Ängste-Tränen" im "Psychotraumatologischen Zentrum ESRA" in Wien wiesen Fachleute aus dem Bereich der Psychiatrie darauf hin, dass die Bedeutung der sogenannten "Posttraumatischen Belastungsstörung" (PTBS) vielfach unterschätzt wird. Dabei handelt es sich um eine massive psychische Entgleisung, die nach schockhaften Erlebnissen auftritt. Die Lebenszeit-Prävalenz (Häufigkeit) beträgt nach internationalen Studien 7,8% - das heißt, mehr als 600.000 ÖsterreicherInnen sind demnach von einer derartigen Symptomatik einmal im Leben betroffen. Neue Medikamente helfen.

Prim. Dr. David Vyssoki, medizinischer Leiter des ESRA-Zentrums: "Aktuelle Beispiele wären der 11. September oder der Brand der Fahrzeuge im Tauerntunnel, ein Lawinenabgang, ein Zugsunglück, aber auch innerfamiliäre Gewalt oder sexuelle Übergriffe. Die Symptome, die im Verlauf des PTBS / PTSD auftreten können, sind sehr unterschiedlich und für das auslösende Ereignis nicht sonderlich spezifisch. Vereinfacht könnte man sagen, es handle sich um den seelischen Nachhall, unabhängig von der Art des psychotraumatischen Schocks."

Speziell beim sexuellen Missbrauch kommt es häufig zu diesen psychischen Störungen. Univ. Doz. Dr. Maria Steinbauer, Universitätsklinik für Psychiatrie, Graz: "Grundsätzlich handelt es sich um ein sehr schweres Trauma, bei dem rund 91% der Frauen Todesangst (Akutreaktion) erleben, verbunden mit psychischer Lähmung und Starre. Diese innere Hilflosigkeit, Angst und Verzweiflung führt in der Folge zu Selbstvorwürfen, sich nicht entsprechend gewehrt und so den Täter "ermutigt" zu haben. Die Demütigung führt zu einer Krise des Selbstwertgefühls und einer Änderung in der Sicht der Welt, die als "böse" empfunden wird. Selbstmordversuche sind häufig. War man in der Vergangenheit auf die Aussagen der Frauen alleine angewiesen, so zeigen heute bildgebende Verfahren mikrobiologische Veränderungen der Hirnstruktur, die als "Furchtstrukturen" bezeichnet werden."

Anleitungen zum Umgang mit entsprechenden Not- und Traumasituationen gab der Chefpsychologe des Roten Kreuzes Steiermark, Dr. Günter Herzog: "Die wichtigste psychologische Notfallmaßnahme ist das Reden. Nicht einige Minuten, sondern bis professionelle Hilfe vor Ort ist. Wer kurz hingeht und dann wieder verschwindet, tut keinen guten Dienst. Man erklärt dem Opfer, was eigentlich passier ist: "Es gab einen Unfall ...", denn vielfach wird die eigentliche Situation nicht realisiert. Dabei darf man sich auch wiederholen. Aus Befragungen wissen wir mit Sicherheit, dass dies der beste Weg ist, Opfer zu betreuen und ihnen so Sicherheit/Geborgenheit zu vermitteln. Auch das Verständigen von Angehörigen gehört zu diesen Maßnahmen. Aber das Opfer nie alleine lassen und immer erklären, "was als nächstes passiert"."

In der Behandlung operiert man sich auf zwei Ebenen. Zum einen auf der Psychotherapeutische Ebene, neuerdings kommen aber vermehrt und mit großer Wirksamkeit Medikamente zum Einsatz. Univ. Prof. Dr. Peter Hofmann, Graz: "Es werden vor allem Anti-Depressiva zur medikamentösen Behandlung der Betroffenen eingesetzt - und das in zahlreichen Studien mit großem Erfolg. Untersucht wurden die Therapie mit den sogenannten SSRIs - insbesondere den Substanzen Paroxetin und Sertralin - bei Opfern von Naturkatastrophen, Vergewaltigungen, unvermuteten körperlichen Angriffen, Zeugen derartiger Ereignisse, Verkehrsunfallopfern und Kriegsteilnehmern aller Art. Diese Therapie bedeutet einen entscheidenden Fortschritt im Sinne einer Erleichterung der Psychotherapie, da die Betroffenen nicht mehr von den quälenden Symptomen dominiert werden und den Zugang zur Verarbeitung der Ereignisse besser finden."


MEDCOMMUNICATIONS Dr. W. Schuhmayer KEG
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