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PRESSEMELDUNG 24.10.2001
Zur Präventions-Pressekonferenz der Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe www.oeggg.at Mittwoch, 24.10.2001

Wissenschaft/Gesundheit/Medizin/Soziales

OEGGG gegen "Offenen Rücken" (www.oeggg.at)

SCHLUSS MIT DEM RUSSISCHEN ROULETTE!

Wien/St.Pölten/Innsbruck. Während man in Großbritannien bereits vor Jahren die mangelhafte Prävention gegen "offene Rücken" mit Folsäure perfekt in den Griff bekommen hat, ist die Situation in Österreich mehr als bedenklich. Anlass für eine Informationsinitiative von Österreichischer Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe & ÖGK mit zugehöriger Pressekonferenz heute Morgen im Wiener "Narrenturm". OEGGG-Präsident Prof. Dr. Norbert Pateisky, Univ. Frauenklinik Wien: "Unser vordringliches Ziel ist es jetzt, diese Tatsache den Frauen und Familien nachhaltig zur Kenntnis zu bringen, damit der gezielte Folsäureersatz von Frauen mit Kinderwunsch entsprechend wahrgenommen wird." Unmut regt sich indes auf Seite der Betroffenen. Claudia Dux, Leiterin der Selbsthilfegruppe "Spina bifida": "Wenn jetzt nichts passiert, machen wir mobil!" Die Eltern der betroffenen Kinder können - zu Recht - nicht verstehen, warum nicht viel energischer informiert wird.

Unter "Offenem Rücken" versteht die Medizin eine Reihe von Missbildungen des sogenannten Neuralrohrs, die Gehirn und/oder Rückenmark betreffen können. Die Folgen sind nach Prof. Dr. Arnold Pollak von der Universitätskinderklinik Wien katastrophal: " ... sie werden meistens an beiden Beinen gelähmt, Stuhl- und Harn inkontinent geboren und enden als Menschen mit maximalem Handicap im Rollstuhl. Zusätzlich kommt es oft zum Hydrozephalus ("Wasserkopf"), der mittels Shunt entlastet werden muss. Damit verbunden ist eine große Zahl weiterer Risiken und Komplikationen."

Katastrophal ist laut Expertenmeinung auch die Situation der Vermeidung dieser Fehlbildungen durch rechtzeitige Gabe von Folsäure - einem einfachen Vitamin, obwohl mit Folsan® (Nennung nur in Fachmedien) ein eigens zugelassenes Präparat zur Verfügung steht. Das belegten Daten, die von Prim. Prof. Dr. Karl Zwiauer, Vorstand der Kinderabteilung am LKH St. Pölten erhoben wurden: Nur 1-2% der Frauen erhalten wirklich präventiv Folsäure, weitere 4% gerade noch rechtzeitig, das heißt bis zur 4. Schwangerschaftswoche. 94% der Österreichischen Schwangeren spielen somit Russisches Roulette mit der Natur! Ganz anders heute die Situation in Großbritannien und anderen europäischen Ländern. Dort wird sehr intensiv auf die ausreichende Versorgung der Schwangeren mit Folsäure geachtet. Prof. Zwiauer: "England war noch vor wenigen in exakt derselben Situation wie wir. Dort hat man in der Gesundheitspolitik allerdings nicht geschlafen. Entsprechende Aufklärungsprogramme haben dazu geführt, dass die Fälle von "offenem Rücken drastisch reduziert werden konnten!"

Das bestätigte auch Prof. Dr. Peter Schwärzler, Univ. Frauenklinik Innsbruck: " ... denn eines ist sicher - je mehr Schwangere in einem Land Folsäure zu sich nehmen, umso weniger Kinder mit Spina bifida werden geboren."

Massiv unterstützt wird die Initiative auch von Prof. Dr. Peter Husslein, Vorstand der Univ. Frauenklinik Wien: "Hinsichtlich der Prävention mit Folsäure, die unbedingt perikonzeptionell - also am besten schon vor der eigentlichen Zeugung - erfolgen muss, ist zu sagen, dass es sich hierbei um eine wissenschaftlich klar bewiesene Tatsache handelt. Es ist in einem Zentrum für Reproduktionsmedizin etwa unvorstellbar, einer Betroffenen kein Folat zu verabreichen. Käme es hier zu einem Neuralrohrdefekt und es würde kein Folat gegeben worden sein, hätte das mit einiger Wahrscheinlichkeit rechtliche Konsequenzen."


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