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PRESSEMELDUNG 23.10.2001

Pneumokokkeninfektionen
ALLES ANDERE ALS HARMLOS!

Weltweit verursachen invasive Pneumokokkeninfektionen (z.B. Meningitis, Lungenentzündung oder Blutvergiftung) bei jungen Kindern jährlich etwa 1,2 Millionen Todesfälle. Etwa 40% aller Todesfälle betreffen Kinder unter 5 Jahren. In unserem Nachbarland Deutschland lag die Inzidenz von invasiven Pneumokokken Erkrankungen bei Kindern unter 5 Jahren von 1997 bis 1999 bei etwa 10 Fällen / 100.000 / Jahr. Trotz rechtzeitig erfolgter Antibiotikatherapie und noch relativ günstiger Resistenzsituation liegt die geschätzte Letalität von invasiven Pneumokokkenerkrankungen doch bei 10-20%. Da es nun endlich gelungen ist - analog dem Haemophilus-Influenzae-Impfstoff - eine konjugierte Vakzine gegen Pneumokokken herzustellen, kann in Zukunft auch bei Säuglingen und Kleinkindern (invasiven) Pneumokokkeninfektionen wirksam vorgebeugt werden.

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BEVÖLKERUNG IST SICH DER GEFAHR NICHT BEWUSST ****************************************************
Trotz intensiver Aufklärungsarbeit des Österreichischen Grünen Kreuzes für Vorsorgemedizin ist es bis heute nicht gelungen, bei der Bevölkerung und den behandelnden Ärzten die Einsicht für die allgemeine Notwendigkeit von Pneumokokkenimpfungen zu wecken.

Das liegt vermutlich auch daran, dass die Diagnose einer invasiven Pneumokokkenerkrankung in Österreich auf Grund unzureichender Diagnostik zu selten gestellt wird. Während es im Ausland vielfach zum Standard gehört, bei einer Infektion den Erreger festzustellen, wird das in Österreich häufig unterlassen. Die daraus resultierende Einstellung: "Was wir nicht sehen, gibt es nicht!" ist sicherlich nicht zielführend.

Der bisher verfügbare konventionelle Pneumokokkenimpfstoff konnte Impflinge erst ab einem Lebensalter von 2 Jahren vor Erkrankung schützen. Aus diesem Grund wurde zum Schutz der besonders gefährdeten Altersgruppe von Kindern unter 2 Jahren, sowie von Kindern mit zusätzlichen Risikofaktoren (Frühgeburtlichkeit, Geburtsgewicht unter 2.5 kg, chronische Erkrankung, Immunmangelzustand u.a.) ein neuer Konjugatimpfstoff entwickelt. Die Finanzierung für die in medizinischer Hinsicht wünschenswerte Verabreichung des Impfstoffes an alle Kinder unter 2 Jahren ist gegenwärtig leider noch nicht sichergestellt. Wirkliche Fortschritte sind auch auf dem Sektor der Präventivmedizin mit aufwendiger Forschungsarbeit und damit mit erheblichen Kosten verbunden. Da Vorbeugen in jedem Falle besser ist als heilen, wird das Bewusstsein nun auch die Kleinsten wirkungsvoll vor Pneumokokken-Infektionen schützen zu können, die allgemeine Akzeptanz für diese potentiell lebensrettenden Impfungen erhöhen.

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Klinische MEGA Studie in den USA!
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Die Wirksamkeit des neuen Konjugatimpfstoffes (PrevenarÒ) wurde in der Kaiser-Permanente-Studie gut dokumentiert. In dieser (doppel-blind randomisierten) Studie an 37.868 Kindern (!) wurden von 1995-1999 auch die Immunogenität und Verträglichkeit des Impfstoffes geprüft. Im Hinblick auf das primäre Studienziel, nämlich die Wirksamkeit der Impfung auf die Prävention von invasiven Pneumokokken Erkrankungen zu dokumentieren, zeigte sich nach mindestens 3 Impfdosen eine Schutzwirkung von 97,4% gegenüber den in der Impfung enthaltenen Erregertypen.

Ein sekundäres Studienziel war es, die Wirksamkeit der Vakzine im Hinblick auf die Häufigkeit des Auftretens der akuten Mittelohrentzündung zu untersuchen. Die Analyse der Daten vollständig geimpfter Kinder ergab einen Rückgang der Erkrankungen um 66,7% , für die von der Vakzine abgedeckten Erreger. Der Impfstoff wurde zusammenfassend als sicher, immunogen und hochwirksam gegenüber invasiven Pneumokokken-Infektionen bewertet.

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WICHTIGE Studie in Europa
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Der neue Konjugatimpfstoff induziert ein T-Zell-vermitteltes immunologisches Gedächtnis und vermindert die Besiedelung der Schleimhäute mit jenen Pneumokokken, die vom Impfstoff abgedeckt werden. Dies hat einen positiven Einfluss im Sinne der Reduktion der Häufigkeit von akuten Mittelohrentzündungen. Diese Wirkung war Gegenstand einer finnischen randomisierten Doppelblindstudie an 1.662 Kindern. Escola und seine Arbeitsgruppe zeigten in dieser Studie, dass PrevenarTM 6% sämtlicher Mittelohrentzündungen, 34% aller durch Pneumokokken verursachten und 57% der Mittelohrentzündungen, welche durch die vom Impfstoff abgedeckten Serotypen hervorgerufenen wurden, verhindern kann. Die Studie hat gezeigt, dass der neue konjugierte Impfstoff bei guter Verträglichkeit in der Lage ist, vor akuten Mittelohrentzündungen, welche durch die vom Impfstoff abgedeckten Erreger verursacht werden, zu schützen.

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GEGENWÄRTIGE SITUATION
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Pneumokokken sind gefährlich für "Jung und Alt", daher sollte in Zukunft bei allen Patienten mit invasiven Pneumokokkeninfektionen eine Klassifizierung der Serotypen durchgeführt werden. Mit entsprechenden Daten aus Nachbarländern (auch solchen, die an bevölkerungsreiche Regionen Österreichs angrenzen) würde man in der Folge immer über ein aktuelles Bild der epidemiologischen Situation in Mitteleuropa verfügen. Die genaue Kenntnis der Häufigkeit des Auftretens der jeweiligen Erregersubtypen gäbe Aufschluss über die Wirksamkeit des Impfprogrammes und allfällige Anforderungen an neue Impfstoffe.

Gegenwärtig sollten alle Risikogruppen im Alter von über 2 Jahren (chronisch Kranke und Senioren) wie bisher mit dem konventionellen Pneumokokkenimpfstoff immunisiert werden. Bei jüngeren Kindern sollte der neue konjugierte Pneumokokkenimpfstoff verabreicht werden. Bis zum Vorliegen einer diesbezüglichen generellen Empfehlung des Impfausschusses des Obersten Sanitätsrates und der finanziellen Sicherstellung eines Impfprogramms sollte die neue Impfung Risikogruppen und Kindern von Eltern, die eine Immunisierung ihrer Kinder wünschen, keinesfalls vorenthalten werden. Die Übernahme der Kosten des Impfstoffes für Risikogruppen durch die Sozialversicherungsträger wäre bereits jetzt wünschenswert.


MEDCOMMUNICATIONS Dr. W. Schuhmayer KEG
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