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PRESSEMELDUNG 14.10.2001

Supervitamin Folsäure
Wirksam gegen Darmkrebs?

Wien/Nottingham (GB). Kaum ein Monat vergeht, dass nicht eine neue Studie auftaucht, die den Zusammenhang zwischen Folsäure und Dickdarmkrebs belegt. Bereits im Jänner dieses Jahres erschien im "American Journal for Gastroenterology" eine Arbeit, die daran bereits in ihrer Einleitung keinen Zweifel aufkommen lässt: "Die ge-zielte Aufnahme von Folsäure steht in einem inversen Zusammenhang mit dem Risiko an kolorektalen Carcinomen zu erkranken..." Ge-forscht wird rund um den Erdball von den USA, Australien bis Großbritannien oder Deutschland. Deshalb darf dieses Thema auch im Symposium "Anticancer Screening and Prevention" anlässlich des "1st WCMH" (World Congress on Men's Health, www.wcmh2001.com) in Wien nicht fehlen. IntMedCom hat sich mit dem Referenten, Prof. Dr. Kenneth Muir (kenneth.muir@nottingham.ac.uk), Nottingham University, Public Health Sciences, Kontakt aufgenommen und sich mit seinem Thema bereits im Vorfeld auseinandergesetzt.

Muir leitet derzeit die größte jemals durchgeführte Studie, die unter anderem zur Fragestellung "Verhindert Folsäure mit Sicherheit Darm-krebs" Stellung nehmen soll.

Die Bedeutung ist enorm. "Colorektale Carcinome sind die zweit-häufigste Todesursache in der westlichen Welt", so Muir in einer aktuel-len Arbeit. In England und Wales sterben jährlich 17.000 Menschen an den Folgen des Dickdarmkrebses. Diese Krebsart ist typisch für bestimm-te Weltregionen und besonders häufig in Nordamerika, Westeuropa, Australien und Neuseeland. Wenn jemand in diese Regionen aus Ländern mit geringerem Dickdarmkrebsrisiko einwandert, dann "adaptiert" sich sein Risiko und steigt an. Wenn es in der Familie Fälle von Dickdarm-krebs oder -adenomen gab, dann verdoppelt dies bereits das Erkrankungs-risiko.

Adenome (Darmpolypen) sind Neubildungen der Darmwand, die selbst noch nicht bösartig sind, aber ein hohes Risiko zur Entartung in sich bergen. Dies ist eine außerordentlich häufige Erkrankung. 20-30% der Bevölkerung über 40 zeigen dieses Phänomen. Die Häufigkeit steigt bei den über 60-Jährigen auf 40-50% an!

Die sogenannte Chemoprävention zielt nun darauf ab, etwa die Verwandlung der Darmpolypen in ein Carcinom zu verhindern. Aufgrund epidemiologischer Studien wurde eine Reihe derartiger potentieller Sub-stanzen identifiziert: NSARs (nicht-steroidale Anti-Rheumatika), Nah-rungsergänzungsbestandteile (vor allem Folsäure) und HRT (Hormone Replacement Therapy / Hormonersatztherapie).

Was sind die Ursachen, dass ein Folsäuremangel bei der Darm-krebsentstehung beteiligt sein könnte? Folsäure ist ein wichtiger Co-Faktor in der DNA-Bildung. Folsäure-Mangel führt zum "irrtümlichen" Einbau von Uracil in die DNA-Sequenz und verändert so die reguläre Zellinformation. Vermehrter Alkoholkonsum verstärkt diesen Mechanis-mus, der als seine der frühen Vorstufen der Krebsentstehung betrachtet wird.

Weiters gibt es an den Chromosomen "verwundbare" Stellen, wenn ein Folsäuremangel vorliegt. An diesen - bereits identifizierten Positio-nen - kann es zu Veränderungen am Chromosom und damit in der Zellin-formation kommen, die einer Krebsbildung vorausgehen können.

Der Schutz gegen Dickdarmkrebs durch Einnahme von Folsäure wurde bereits in einigen Studien beobachtet. Sie betrafen Darmzell-dysplasie, hyperplastische Darmpolypen, adenomatöse Darmpolypen und Dickdarmkrebs selbst. Die - bedeutende - Schutzwirkung beträgt dem-nach generell etwa 40-50% Risikoreduktion gegenüber Dickdarmadeno-men und Dickdarmkrebs. Ein Faktor, der relevant genug ist, um Folsäure als empfehlenswerte Chemoprävention erscheinen zu lassen.

Zusätzlich gibt es Hinweise darauf, das die Einnahme von Folsäure auch gegen andere bösartige Neubildungen schützt. Bespiele hierfür aus der Literatur sind das Cervixcarcinom (Gebärmutterhalskrebs) oder das Bronchuscarcinom (Lungenkrebs) bei Rauchern.

Nachdem in Großbritannien mit großem Erfolg die Neuralrohrde-fekte bei Neugeborenen durch die präventive Gabe von Folsäure redu-zierte wurden, konzentriert sich das Interesse rund um dieses "Supervi-tamin" auf seine Effekte als möglicherweise hochpotente Substanz zur Chemoprävention. Entsprechende Studien laufen bereits. +++ENDE: 4.077 Zeichen - IMC/WAS

Quelle
Prof Dr. Kenneth Muir, Universität Nottingham, GB,
Inst. für Public Health Sciences. "Uk CAP-Studie".

Service
E-Mail: kenneth.muir@nottingham.ac.uk

Hinweis
Kenneth Muir ist einer der Referenten des Symposiums "Anticancer Scree-ning and Prevention" am 2.11.2001/16.00h im Rahmen des "1st WCMH" (www.wcmh2001.com)

Press conference supported by Österr. Krebshilfe, Felix BurdaFoundation Co-Sponsoring: EBEWE GmbH, Novipharm, Olympus Medical Systems, Solvay Pharma

Anlass
Symposium - "Anticancer Screening and Prevention" im Rahmen des "First World Congress on Men's Health" www.wcmh2001.com

2.11.2001 Wien, 16.00h


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