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Herztag 2001 ÖSTERREICH - EIN HORT DER IGNORANZ

Wien. Während in der EU die Mortalität (Todesrate) an Herz-Kreislauferkrankungen einen klaren Rückgang verzeichnet, liegt Österreich deutlich über diesen Zahlen. Bei Frauen muss sogar ein Anstieg der kardiovaskulären Mortalität festgestellt werden. Auch im vergangenen Jahr gingen wieder 52% aller Todesfälle auf das Konto dieser Erkrankungen. Herr und Frau Österreicher ignorieren hartnäckig alle Empfehlungen, essen falsch, bewegen sich zu wenig und nur 5% der Bevölkerung weisen ein günstiges Risikoprofil auf. Das waren die unerfreulichen Eckdaten einer Pressekonferenz heue in Wien anlässlich des "Weltherztages 2001" der von der "World Heart Federation" und der WHO für den 30. September ausgerufen wurde.

Sozialmedizinerin Prof. Dr. Anita Rieder: "Angesichts der wirklich frustranen Datenlage kann man sich nur einem Zitat des Wissenschafters Robert Beaglehole: anschließen: "Bezüglich der globalen Prävention der cardiovaskluären Erkrankungen wird es Zeit diese endlich ernst zu nehmen. Tatsächlich wissen wir heute, dass 75% aller neuen Fälle auf die Vernachlässigung folgender Risikofaktoren zurückzuführen sind: ungeeignete Ernährung, Bewegungsmangel (inkl. erhöhte Blutfette, hoher Body Mass Index, erhöhter Blutdruck) und Tabakkonsum." Rieder zu möglichen praxisnahen Lösungsansätzen: Der Weg ist vorgezeichnet: "Die Propagierung vermehrter Bewegung sollte oberste Priorität in der Gesundheitspolitik sein. Gehen, Gartenarbeit, Radfahren und Schwimmen sind durchaus beliebte Bewegungsarten und sollten stark gefördert werden. Allerdings nimmt die Lust an der Bewegung mit dem Alter ab und das verdient zusätzliche Beachtung."

Ein Plädoyer für die Eigenverantwortung der Menschen hielt Prof. Dr. Thomas Stefenelli, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Cardiologie: "Die Basis der Behandlung kardiovaskulärer Erkrankungen ist - entgegen der langläufigen Volksmeinung - somit keineswegs das Medikament, das verordnet wird, sondern die gesundheitsfreundliche Verhaltensänderung der PatientInnen. Damit liegt auch der größte Einfluss, ob eine Therapie erfolgreich ist oder nicht, bei den Betroffenen. Alle Medikamente sind eine - zum Teil sehr effektive - Unterstützung, aber mehr nicht."

Gleichzeitig wurde heuer der Österreichische Herzfonds 30 Jahre alt. Projektmanagerin Susanne Skalla formulierte die globalen Ziele des Weltherztages: "Hinweisen auf den globalen Einfluss von Herz-und Kreislauferkrankungen. Die koronare Herzkrankheit ist bei weitem die Haupttodesursache in den westlichen Ländern und wird es auch bald in den Entwicklungsländern sein. Die wiederholte Betonung der Wichtigkeit präventiver Maßnahmen, um das Risiko zu minimieren. Die Weltbevölkerung zu ermutigen, einen gesunden Lebensstil aufzunehmen und beizubehalten." Als neue, besonders patientengerechte Möglichkeit, sich unabhängig und umfassend zu informieren, versteht sich eine neue Web-Page mit der einprägsamen Adresse www.herz.at. Erfinder Doz DDr. Ferdinand Waldenberger vom Krankenhaus Wie Lainz: "Früher war der Patient eher geneigt, eine Therapie als gottgegeben in Kauf zu nehmen. Heute ist das keineswegs mehr so. Der Patient will aufgeklärt werden." Und weiter zur Mündigkeit der PatientInnen: "Aber die Mündigkeit eines Patienten beinhaltet weitaus mehr als sich, falls nötig, zur Wehr zu setzen. Nämlich die Fähigkeit zu kritischer Selbstbestimmung und in der Lage zu sein, Eigenverantwortung zu übernehmen. Eine der wichtigsten Grundlagen dafür sind Wissen und Information." Genau diesem Trend möchte www.herz.at Rechnung tragen.