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Das "neue Cholesterin"
UMFASSENDE ERKENNTNISSE

Was in den 70-er Jahren das Cholesterin war, ist in der Forschung heute Homocystein und seine Effekte. Heute Vormittag stellten prominente Wissenschafter aus den USA, Deutschland und Österreich - unter ihnen der "Vater des Homocysteins" - Prof. Kilmer McCully - neueste Erkenntnisse rund um dieses extrem gefäßtoxische Produkt des Eiweißstoffwechsels vor. Diese reichen von der Atherosklerosebildung über eine verstärkte, thrombosefördernde Gerinnungswirkung bis zur Förderung der Alzheimer'schen Erkrankung. Bereits bei Kindern stellt man eine Beziehung zwischen erhöhtem Homocystein (Homocysteinämie) und Übergewicht her. Besonders gefährdet sind aber ältere und alte Menschen, bei denen bis zu 60% unter Homocysteinämie leiden. Die Therapie ist einfach und kostengünstig. Vor allem Folsäure und andere B-Vitamine sind die entscheidenden Hebel in der Behandlung.

Bereits in der Kindheit gibt es erste Hinweise auf Zusammenhänge. Univ. Prof. Dr. Kurt Widhalm, Wien, konnte in einer Studie belegen, dass übergewichtige Kinder auch häufiger schon in der Kindheit höhere Homocystein (Hcy)-Spiegel aufweisen: "Eine relevante Beziehung zwischen erhöhtem Hcy-Spiegel und Übergewicht - mit der daraus folgenden Risikoerhöhung für cardiovaskuläre Erkrankungen scheint derzeit - aufgrund der vorliegenden Daten - sehr wahrscheinlich."

Univ. Prof. Dr. Sabine Eichinger , AKH-Wien: "Weniger bekannt ist, dass eine Homocysteinämie auch zu einer relevanten Anhebung des venösen Thromboserisikos führt. Wir finden bei rund 20% der PatientInnen mit einer Venenthrombose erhöhte Hcy-Spiegel."

Univ. Prof. DDr. Wolfgang Herrmann von der Saarland-Universität aus Homburg/Saar: "Im Überblick lässt sich Folgendes feststellen: "VegetarierInnen leben nicht nur gesund" und bei sehr alten PatientInnen sind die Auswirkungen einer Hcy-Ämie bezüglich der neurologischen (Demenz)Schäden sicherlich höher zu bewerten als das Atheroskleroserisiko. Sicherlich zu bestimmen ist das Hcy bei allen Erkrankungen mit erhöhtem cardiovaskulärem Risiko."

Univ. Prof. Dr. Klaus Pietrzik Leiter des Instituts für Ernährungswissenschaften der Universität Bonn zum therapeutischen Einsatz von Vitaminen in der Verhütung und Behandlung der Homocysteinämie: "Die Liste der Vorteile einer Folsäure-Supplementierung ist erheblich. Bewiesen ist eine bis zu 70%ige Senkung der Neuralrohrdefekte. Sehr wahrscheinlich ist eine positive Wirkung hinsichtlich der Prävention der Atherosklerose. Die amerikanische Physicians-Health-Study zeigte eine 75%ige Senkung des Colon-Carcinoms (Dickdarmkrebs) nach einer 15-jährigen FS-Einnahme. Das deutet auf eine positive Wirkung im frühen Entstehungsstadium dieser Krebsformen hin. Neuere Daten belegen sogar günstige Einflüsse bezüglich der Verhinderung / Verzögerung der senilen Demenz und der Alzheimer'schen Erkrankung."

Univ. Prof. Dr. Kilmer McCully aus Providence, USA - "Vater des Homocysteins" - war der erste Wissenschafter, der den Bezug von Hcy und Atherosklerose hergestellt hat. Er stellte die schädigenden Effekte in eine Reihe mit Cholesterin, einem wesentlich bekannteren und populäreren Risikofaktor. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass Homocystein letztlich die Ursache für erhöhte Cholesterinwerte und die Folgeschäden sein könnte.